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Grüne Woche diskutiert Nachverfolgbarkeit der Produkte und Welternährung

Berlin > Die Verantwortung der Lebensmittelerzeuger und der Agrarindustrie für ihre Produkte und für die Welternährung bildeten Kernthemen der Grünen Woche 2009, die gestern in Berlin zu Ende ging. Markus Kraus, Geschäftsführer der CMA Centrale Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft mbH, zeigte sich mit dem Messeverlauf zufrieden. „Nachhaltigkeit, Qualität und Frische sowie eine lückenlose Rückverfolgbarkeit aller Produktionsschritte – das sind derzeit die Treiber im Lebensmittelbereich“, sagte Kraus. Die Veranstaltung zog 403.000 Besucher an – etwas weniger als im Vorjahr. Die Zahl der beteiligten Länder stieg auf 56.

Für Unternehmen bot die Grüne Woche eine gute Gelegenheit zum Stakeholder-Dialog. „Es ist unsere unternehmerische Verantwortung, im intensiven Austausch mit den Erzeugern, der Industrie und den vielen, vielen Verbrauchern in Kontakt zu treten. Die Internationale Grüne Woche bietet dafür die ideale Plattform, diesen Austausch zu praktizieren“, sagte Markus Mosa, Vorstandsvorsitzender der Edeka AG. Der Marktführer im deutschen Lebensmitteleinzelhandel hatte kurz zuvor in einem Schreiben rund 1.000 regionale und internationale Produzenten aufgefordert, den Einsatz besonders kritischer Wirkstoffe zukünftig deutlich zu reduzieren. Dem Schreiben an die Produzenten lag eine gemeinsam mit dem Freiburger Öko-Institut erarbeitete Risikoliste zugrunde, die Wirkstoffe in Pflanzenschutzmitteln toxikologisch bewertet und als „unbedenklich“, „kritisch“ und „besonders kritisch“ unterteilt. EDEKA akzeptiert bei seinen Lieferanten höchstens 50 Prozent der gesetzlichen Rückstandshöchstmengen. Das Unternehmen hat im vergangenen Jahr eine eigene Rückstandsdatenbank aufgebaut. In diesem Jahr sollen rund 20.000 Datenproben von externen und internen Analysen in die Datenbank einfließen. Aufgrund der Kontrollen sind im vergangenen Jahr 20 Lieferanten zeitweilig von der Warenlieferung ausgeschlossen worden.

Die Grüne Woche 2009 positionierte sich auch als Think Thank zum Thema „Sicherung der Welternährung“. Drei internationale Konferenzen fanden dabei besondere Beachtung: Etwa 30 Staatsrepräsentanten nahmen am 1. Berliner Agrarministergipfel teil. Die Teilnehmer verabschiedeten ein gemeinsames Positionspapier, das die von den Vereinten Nationen angestoßene Initiative zur Schaffung einer „Globalen Partnerschaft für Landwirtschaft und Ernährungssicherung“ unterstützen soll.

Um das Thema „Welternährung“ ging es auch bei der 2. Internationalen Agrarministerkonferenz mit über 1.000 Teilnehmern. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand eine Podiumsdiskussion mit EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer-Boel, Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner und Agrarministern aus China, Russland, Indonesien und Brasilien. Und auf Initiative der deutschen Wirtschaft fand erstmals ein dreitägiges Internationales Forum Agrar- und Ernährungswirtschaft (IFAE) statt, auf dem etwa 1.000 internationale Experten unter dem Thema „Welternährung 2020 – innovative Lösungen bei begrenzten Ressourcen“ über Strategien zur Sicherung der Welternährung diskutierten. Das Forum soll künftig fester Bestandteil der Internationalen Grünen Woche sein. An der Ausrichtung beteiligten sich die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE), der Deutsche Bauernverband (DBV) und die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ).