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Ist das Verhalten der DB ein Ausspähskandal?

Berlin > So sollte Korruptionsbekämpfung nicht aussehen: Wie stern.de berichtet, hat die Bahn gestern im Verkehrsausschuss das „Screenen“ der Daten von 173.000 Mitarbeitern und 80.000 Lieferanten zugegeben. Ein strafrechtlich relevantes Verhalten sieht die Bahn selbst allerdings darin nicht.

Das Projekt lief unter dem Namen „Babylon“. In den Jahren 2002 und 2003 seien Mitarbeiter- und Lieferantendaten abgeglichen worden. Die Mitarbeiter hatten dem nicht zugestimmt und wurden darüber nicht informiert. Den Datenskandal bei der Bahn hatte der stern aufgedeckt, das Ausmaß war jedoch zunächst nicht absehbar. Im Auftrag der Bahn überprüfte die Detektei Network Deutschland Mitarbeiterdaten wie Anschrift, Kontonummer und Kreditinstitut. Auch die Einbeziehung der Telefonverbindung sei zwischenzeitlich geplant gewesen, wurde dann aber nicht durchgeführt. stern.de liegen nun 61 Fragen vor, die dem Korruptionsbeauftragten der Deutschen Bahn, Wolfgang Schaupensteiner, vom Verkehrsausschuss zur Beantwortung durch sein Unternehmen mitgegeben wurden.

Nach Überzeugung der Bahn ist der Abgleich von Mitarbeiter- und Lieferantenadressen rechtlich nicht zu beanstanden. Dieses Verfahren sei der DB von ihrer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft empfohlen worden. Umstritten ist aus Unternehmenssicht lediglich, ob die fehlenden Benachrichtigung der Mitarbeiter eine Ordnungswidrigkeit darstellt. „Hieraus einen Spitzel- oder Ausspähskandal wie bei anderen Unternehmen zu konstruieren, ist maßlos übertrieben“, meint Wolfgang Schaupensteiner.

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