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Papilio ist Preisträger beim Wettbewerb „Aktiv für Demokratie und Toleranz 2008“

Kindergarten-Präventionsprogramm Papilio wird ausgezeichnet

Dachau, Augsburg > Papilio, das pädagogische Programm zur frühzeitigen Prävention von Sucht und Gewalt im Kindergarten, wurde am Freitag, 20. Februar, im bundesweiten Wettbewerb „Aktiv für Demokratie und Toleranz 2008“ ausgezeichnet. Die Ehrung ist mit einem Preisgeld von 4.000 Euro verbunden. Papilio-Projekt- und Studienleiterin Heidrun Mayer erhielt die Auszeichnung aus den Händen der Bundestagsabgeordneten Gabriele Fograscher im Jugendgästehaus Dachau. „Wir freuen uns sehr über diesen Preis, weil er die Bedeutung der frühzeitigen Prävention im Kindergarten aufzeigt, freut sich Heidrun Mayer.

Das bundesweite „Bündnis für Demokratie und Toleranz – gegen Extremismus und Gewalt (BfDT)“ wurde im Jahr 2000 von den Bundesministerien des Innern und der Justiz gegründet. Im Wettbewerb „Aktiv für Demokratie und Toleranz“ zeichnet es seit 2001 jährlich vorbildliches, nachahmenswertes zivilgesellschaftliches Engagement für Demokratie und Toleranz aus. Die Preisverleihung in Dachau nahmen die Bundestagsabgeordnete Gabriele Fograscher, der Oberbürgermeister der Stadt Dachau Peter Bürgel, sowie der Geschäftsführer des BfDT, Dr. Gregor Rosenthal, vor. Neben Papilio wurden vier weitere südbayerische Projekte ausgezeichnet.

Wirksamkeit wissenschaftlich belegt
Der Preisträger Papilio ist ein Projekt des gemeinnützigen beta Instituts Augsburg in Kooperation mit der Freien Universität Berlin, Prof. Dr. Herbert Scheithauer. Papilio wird mittlerweile in Kindergärten in zehn Bundesländern ein- beziehungsweise durchgeführt. Es setzt primärpräventiv in diesem frühen Alter an, weil Kinder von zwei bis sieben die sozial-emotionalen Kompetenzen lernen, die sie später vor der Entwicklung von Sucht und Gewalt schützen. Eine Studie mit rund 700 Kindern konnte nachweisen, dass Papilio-Kinder mehr prosoziales Verhalten zeigen und dass Papilio Verhaltensstörungen reduziert, die ein zentraler Risikofaktor für die spätere Entwicklung von Sucht und Gewalt sind.

Das Besondere am Programm ist, dass es in jeden Kindergarten eingeführt werden kann und dort Teil des Alltags wird. Diese tagtägliche Präsenz macht die nachhaltige Wirkung aus und sie unterstützt zudem die ErzieherInnen, ohne ständigen Zusatzaufwand ihre pädagogischen Ziele wirkungsvoll und nachvollziehbar umzusetzen.

Informationen zum Programm Papilio
Auf drei Ebenen. Drei kindorientierte Maßnahmen
Das Programm Papilio setzt auf drei Ebenen gleichzeitig an: ErzieherInnen, Kinder und Eltern.

  • Die ErzieherInnen haben die Schlüsselrolle: Sie werden fortgebildet, damit sie Papilio einführen und die Kinder mit Hilfe des „entwicklungsfördernden Erziehungsverhaltens“ unterstützen können.
  • Die Eltern werden über Elternabende und Informationen einbezogen und können Teile von Papilio auch zu Hause umsetzen.
  • Für Kinder gibt es drei Maßnahmen: den Spielzeug-macht-Ferien-Tag, das Meins-deinsdeins-unser-Spiel sowie „Paula und die Kistenkobolde“. Die Kistenkobolde Zornibold, Heulibold, Bibberbold und Freudibold sind die Stars von Papilio. Entlang einer faszinierenden Geschichte, die auch von der Augsburger Puppenkiste inszeniert wurde, unterstützen sie die Kinder beim „Gefühle lernen“, das heißt: beim Erwerb emotionaler Kompetenzen.
  • Zahlreiche Partner unterstützen Papilio
    Studien- und Projektzentrale von Papilio ist das beta Institut. Die Robert Bosch Stiftung und die betapharm Stiftung fördern seit 2006 die Verbreitung von Papilio in Deutschland, über 40.000 Kinder wurden mittlerweile erreicht. Zahlreiche weitere Partner unterstützen Papilio auf Bundeslandebene. Inhaltlich beteiligt sind die Universitäten Berlin (Freie Universität), Augsburg und Bremen sowie die Augsburger Puppenkiste.

    beta Institut für angewandtes Gesundheitsmanagement
    Das gemeinnützige beta Institut wurde 1999 von betapharm und dem Bunten Kreis in Augsburg gegründet und beschäftigt sich mit angewandtem Gesundheitsmanagement. Seine zentralen Leistungen sind Projektentwicklung, sozialmedizinische Forschung, Informationsdienstleistungen, Fort- und Weiterbildung sowie Consulting. Die besondere Stärke des Instituts ist, dass es innovative Konzepte entwickelt, selbst in der Praxis erprobt und parallel dazu mit Universitäten wissenschaftlich evaluiert. Das Ergebnis dieser Forschung sind innovative Lösungen für das heutige Gesundheits- und Sozialwesen.

    Foto: Heidrun Mayer (Projektleitung Papilio), Christine Pehl (Stiftungsbeauftragte), Freudibold, Stephan Mayer MdB, Gabriele Fograscher MdB