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Ethik im Handel als soziale Einflussgröße

Köln > In ihrem gestern vorgestellten Bericht „Die wesentlichen sozialen Einflusstrends des Handels 2/2009“ stellt die Ulrich Eggert Consulting neben Alterung, Singlisierung, Feminisierung, Mobilität, Migration, Individualisierung, Armut, Bildungsmisere, Erbschaften und Internet das Thema „Werte und Ethik“ vor. Dazu heißt es in dem Bericht:

„In den 1940er Jahren wollte jeder nur überleben, in den 1950er Jahren hatten wir die Fresswelle, man wollte wieder satt werden. Die 1960er Jahre brachten dann die Mobilität- und Häuslebauwelle, aber auch zugleich die sogenannte 68er Generation: Der Muff der Adenauer-Ära bedrückte viele junge Menschen und sie forderten Freiheiten – mehr Freiheiten, als sie jemals zuvor von einzelnen Bevölkerungsschichten verlangt worden war. Diese Freiheiten, nicht zuletzt bewirkt auch durch die Pille und die damit verbundene sexuelle Freiheit, führten dazu, dass in den 1980er Jahren das „Ich“ und die persönliche Entwicklung im Vordergrund standen. In den 1990er Jahren waren es dann vor allen Dingen im reichen Westen das Erlebnis, die Träumerei und persönliche Entfaltung im Vordergrund, quasi der Ganzjahreskarneval. Aber dann wurde nicht zuletzt von der Regierung verbreitet, dass die Renten – wie seinerzeit von Herrn Blüm versichert – keineswegs gesichert seien und jeder sich um seine eigene Zukunft mehr kümmern müsse durch eine ergänzende kapitalbasierte private Rente mit den schönen Namen „Riester-“ und „Rürup-Rente“. Parallel passierte der 11. September 2001 und eine allgemeine Besinnung fand in weiten Schichten der Bevölkerung statt, eine Rückbesinnung auf die wahren Werte, eine Rückbesinnung auf das, was machbar ist, auf das, was sinnvoll ist, auf das, was die Menschheit erhält. So rückten Werte, Ethik, Nachhaltigkeit, soziale Verantwortung und korrekte Geschäftsführung in den Vordergrund, was man alles heute unter dem schönen Begriff „Green Business“ zusammenfassen kann. LoHaS – Lifestyle of Health and Sustainability – wurde zum neuen Banner breiter Bevölkerungsschichten. Umweltbewusstsein, nachhaltiges Wirtschaften, Bioprodukte, Fair-Produkte usw. sind die Konsequenzen aus diesen Überlegungen heraus.“

Weitere Informationen im Internet:
www.ulricheggert.de