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Unternehmensengagement in Krisenzeiten nicht zurückfahren

Berlin > Das zivilgesellschaftliche Engagement von Familienunternehmen wie Wirtschaftsführern steht im Mittelpunkt des Treffens des parlamentarischen Beirates im Bundesverband Deutscher Stiftungen. Anhand zweier aktueller Studien diskutierten Stiftungsvertreter und Parlamentarier über den freiwilligen Beitrag der Wirtschaft für das Gemeinwohl. „In der aktuellen Krise haben viele Unternehmen nicht nur an Rendite, sondern auch an Vertrauen verloren. Gesellschaftliches Engagement von Unternehmen sollte auch darum in Sorgenzeiten nicht an den Rand der Debatte gedrängt werden. Vertrauen und tätiges Verantwortungsbewusstsein sind gerade in der Krise wichtig“, so Dr. Hans Fleisch, Generalsekretär des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen. Das fünfte Treffen der im Bundesverband Deutscher Stiftungen engagierten Bundestagsabgeordneten wird in Kooperation mit der Vodafone Stiftung durchgeführt.

Die von Active Philanthropy, der INTES Akademie für Familienunternehmen, der WHU Otto Beisheim School of Management und Hauck & Aufhäuser Privatbankiers durchgeführte Studie „Gemeinnütziges Engagement von Familienunternehmen“ ergab, dass jedes vierte familiengeführte Unternehmen sein Engagement unter anderem über eine Stiftung (23 Prozent) ausübt, jedes zehnte (11,3 Prozent) über eine Zustiftung. Fast alle befragten Familienunternehmen (93 Prozent) hingegen engagieren sich mit Spenden. Das gemeinnützige ngagement von Familienunternehmen ist überwiegend lokal oder regional geprägt (72 Prozent). Die meisten Fördergelder gehen an Bildungs- und Ausbildungsprogramme sowie Kulturangebote und -einrichtungen. Die Studie zeigt, dass das Potenzial für ein strategisch ausgerichtetes Engagement unter den deutschen Familienunternehmen noch längst nicht ausgeschöpft ist: Die Mehrheit (57 Prozent) der insgesamt 248 Befragten steuert ihr Engagement intuitiv. Vor langfristig ausgestaltetem Engagement schrecken viele Familienunternehmer zum einen aufgrund ihrer hohen Arbeitsbelastung zurück, zum anderen, weil die Transparenz im gemeinnützigen Sektor (z.B. in Bezug auf die verantwortungsvolle Verwendung von Spendengeldern) nach wie vor unzureichend ist. Zudem sind neue Einstiegsformen in ein gemeinnütziges Engagement, wie z.B. Gemeinschaftsstiftungen, Stifterzirkel oder Treuhandstiftungen nach Ansicht der Autoren der Studie noch zu wenig bekannt.

Das Centrum für Corporate Citizenship in Deutschland (CCCD) hat in Interviews mit 15 CEOs und Vorstandsmitgliedern großer Unternehmen in Deutschland und durch Auswertung von Berichten in Printmedien das Bewusstsein für gesellschaftliche Verantwortung bei Topmanagern eruiert. Verantwortungsübernahme für gesellschaftliche Kernfragen ist als Thema in den Vorstandsetagen der Unternehmen angekommen, so ein Hauptergebnis der Befragung „Topmanagement in gesellschaftlicher Verantwortung“. Einigkeit herrscht bei den Topmanagern darüber, dass gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen ein Feld ist, in dem staatliche Reglementierung möglichst ausbleiben sollte. In welcher Region sich die befragten Unternehmen engagieren, richtet sich danach, wo Produktions- und Absatzmärkte, Arbeitskräfte, Zulieferer und andere Stakeholder sind; nationalstaatliche Kategorien spielen kaum eine Rolle. Das Engagement der befragten Unternehmen ist von Vielfalt und einer Kombination von Instrumenten geprägt: Geld- und Sachspenden werden durch Gründung von Stiftungen und Corporate-Volunteering-Programme ergänzt. Entscheidende Triebfedern gesellschaftlichen Engagements von Großunternehmen sind Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit. Gelingt es, durch Engagement das Bild der Unternehmung positiv in der öffentlichen Wahrnehmung zu zeichnen, kann Engagement vom „weichen“ zum „harten“ Wirtschaftsfaktor avancieren, so der Tenor der Befragung.

Der Bundesverband Deutscher Stiftungen vertritt als Dachverband gemeinwohlorientierte Stiftungen aller Rechtsformen in Deutschland. Der größte Stiftungenverbund in Europa hat fast 3.300 Mitglieder; über Stiftungsverwaltungen sind ihm insgesamt mehr als 6.000 deutsche Stiftungen mitgliedschaftlich verbunden. Im Frühjahr 2007 konstituierte sich der Parlamentarische Beirat des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen. Das 93 Mitglieder zählende Gremium trifft sich zwei Mal jährlich.

Die Studie „Gemeinnütziges Engagement von Familienunternehmen“ im Internet:
www.activephilanthropy.org

Die Studie „Topmanagement in gesellschaftlicher Verantwortung“ im Internet:
www.cccdeutschland.org