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Wir übernehmen Verantwortung nicht – wir unternehmen sie

Stuttgart > Unternehmen können nur in einem stabilen Umfeld selbst stabil bleiben. Deshalb werden sie sich im Eigeninteresse für die Gesellschaft engagieren. Das betonte Franz Fehrenbach, der Vorsitzende der Bosch-Geschäftsführung, gestern auf dem Nachhaltigkeitskongress in Stuttgart. „Wir übernehmen Verantwortung nicht, wir unternehmen sie“, sagte Fehrenbach und grenzte sich damit zugleich von einer moralisierenden Überfrachtung der Unternehmensverantwortung als auch von einer reinen Orientierung am Unternehmensgewinn ab. Unter Bezug auf den Ausspruch des Firmengründers Robert Bosch „Lieber Geld verlieren als Vertrauen“ bezeichnete er die Vertrauenskrise als eine Ursache der Finanzkrise. Vertrauen könne man jedoch nicht produzieren, es müsse durch konkrete Verantwortungsübernahme in wirtschaftlich schwierigen Zeiten wachsen. „Die derzeitige Krise ist somit auch eine Bewährungsprobe für das, was allenthalben ‚Corporate Responsibility‘ genannt wird“, sagte Fehrenbach. Glaubwürdig seien Unternehmen, die eine Kontinuität in der Firmengeschichte zeigen und in ihrem Produktportfolio kongruent sind.

Auch für Bosch sei eine Kostensenkung in der gegenwärtigen Krise erforderlich, um finanzielle Stabilität zu sichern. In der Kraftfahrzeugtechnik verzeichnete das Unternehmen im vergangenen Jahr einen Umsatzrückgang von sieben Prozent, auf den es nun reagieren muss. Jedoch werde Bosch dabei nicht „nach der Rasenmäher-Methode“ vorgehen. Betriebsbedingte Kündigungen sollen möglichst vermieden werden. Die langfristig angesetzten Nachwuchsprogramme werden ungekürzt fortgesetzt. Und während Bosch einerseits seine Wertschöpfungspotentiale in den außereuropäischen Wachstumsmärkten steigert, werde das Unternehmen im Sinn einer guten Standort-Mischung auch die Fertigung in den Industrieländern sichern.

Fehrenbach konnte zugleich auf das hohe gesellschaftliche Engagement seines Unternehmens verweisen: Die Robert Bosch Stiftung hat seit ihrer Gründung gemeinnützige Zwecke mit fast 900 Millionen Euro gefördert. Der von Bosch-Mitarbeitern gegründete Verein Primavera engagiert sich gegen die Armut an den Bosch-Standorten in Brasilien und Indien. Und in den Erbebengebieten der chinesischen Provinz Sichua leistet das Unternehmen mit über 1,5 Millionen Euro Hilfe.

Bei dem zweiten Landes-Nachhaltigkeitstag in Stuttgart diskutierten gestern rund 500 Teilnehmer aus Wirtschaft, Gesellschaft und Politik unter dem Thema „Nachhaltig wirtschaften in der Krise“.

Weitere Informationen im Internet:
http://csr.bosch.com