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Zahl der Stiftungsgründungen bisher ungebrochen – StiftungsReport thematisiert Rolle der Unternehmen

Berlin > Etwa die Hälfte der Deutschen (42 Prozent) hält das freiwillige gesellschaftliche Engagement für eine wichtige Unternehmensaufgabe. Klar im Vordergrund stehen allerdings die Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen (82 Prozent), die Schaffung guter Arbeitsbedingungen (73 Prozent) und der Schutz der Umwelt (69 Prozent). Diese Zahlen nennt der soeben erschienene StiftungsReport 2009/10, den der Bundesverband Deutscher Stiftungen in Kooperation mit der BMW Stiftung Herbert Quandt herausgegeben hat. Der StiftungsReport thematisiert auch die Corporate Social Responsibility. Die Zahlenangaben stammen aus einer im Januar 2009 im Auftrag des Bundesverbandes von Emnid unter 1.000 Personen durchgeführten Umfrage.

„Das Beziehungsgefüge zwischen Gesellschaft, Staat und Wirtschaft unterliegt jeweils einem ständigen Veränderungsprozess, und die aktuelle Finanz- und Wirtschaftskrise stellt vor diesem Hintergrund auch eine Chance dar, Fehlentwicklungen der vergangenen Jahre zu korrigieren“, heißt es in dem Bericht. In Deutschland herrsche eine verbreitete und tief in der deutschen Nationalgeschichte verankerte Abneigung gegen alles Ökonomische. Unternehmerisches Know How sei aber für die Gesellschaft wichtig, wenn es etwa darum gehe, wie aus Utopien Geschäftskonzepte werden. „Kosten einsparen und neue Finanzierungsmodelle zu entwickeln, gehört zu den Kernkompetenzen erfolgreicher Unternehmer“, so der StiftungsReport. Aber auch Unternehmen seien auf die Kooperation mit der Zivilgesellschaft angewiesen. Denn „nachhaltig wird unternehmerisches Handeln erst, wenn es sich mit sozialem Denken verknüpft.“

Das Vertrauen in den Mittelstand ist dabei höher als in Großunternehmen, was nach Überzeugung der Berichtsverfasser an der regionalen Verankerung des Mittelstands liegt. 58 Prozent der Befragten nahmen freiwilliges gesellschaftliches Engagement im Mittelstand wahr, 43 Prozent auch bei den Großunternehmen. In Bezug auf die Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen liegt der Mittelstand mit 65 zu 40 Prozent noch deutlicher vor den Großunternehmen.

Unternehmerisches Engagement besitzt im Stiftungswesen eine große Bedeutung. Unter den drei größten Stiftungen privaten Rechts (nach Gesamtausgaben) nehmen die VolkswagenStiftung und die Robert Bosch Stiftung GmbH die Plätze 1 und 3 ein; auf dem zweiten Platz liegt die Landesstiftung Baden-Württemberg gGmbH. Am bekanntesten sind die Stiftung Warentest (99 Prozent der Befragten), die Konrad-Adenauer-Stiftung (79 Prozent) und die Bertelsmann Stiftung (70 Prozent). Mit 1.020 Stiftungen blieb die Zahl der Neugründungen im vergangenen Jahr trotz Finanzkrise hoch. „Die Reformschritte im Stiftungssteuerrecht des letzten Jahrzehnts haben nicht nur die Zahl der Stiftungen auf rund 16.500 ansteigen lassen, sondern auch Deutschland im Wettbewerb der Stiftungsstandorte konkurrenzfähig gemacht“, sagte Dr. Hans Fleisch, Generalsekretär des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen, in der vergangenen Woche auf dem StiftungsTag 2009 in Hannover. Zu den 16.500 rechtsfähigen Stiftungen kommen schätzungsweise weitere über 20.000 Treuhandstiftungen sowie mehr als 30.000 kirchliche Stiftungen.

Weitere Infos zum StiftungsReport 2009/10 und eine Bestellmöglichkeit finden Sie hier.

Foto: Deutscher StiftungsTag 2009 (Bundesverband Deutscher Stiftungen)

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