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Der Jahre Gute Geschäfte – ausgewogenes Geben und Nehmen als Herausforderung

Gütersloh >Die sogenannte „Marktplatz-Methode“, bei der Unternehmen und gemeinnützige Organisationen wie auf einem Markt zusammen kommen und Leistungen austauschen, bewährt sich als variables und örtlichen Gegebenheiten anpassbares Instrument der Engagementförderung. Zwischen März 2006 und März 2009 fanden 55 solcher Marktplätze in Deutschland statt. Daraus entstanden knapp 3.500 Vereinbarungen über einen Leistungsaustausch – jeweils zwischen 30 und 160 Vereinbarungen pro Marktplatz. Das zeigt eine von Prof. Dr. Gisela Jakob von der Hochschule Darmstadt durchgeführte Evaluation, deren Ergebnisse die Bertelsmann Stiftung gestern in ihrem Newsletter einer breiteren Öffentlichkeit vorstellte. Erstmals präsentiert wurde die Studie am 2. Juni bei der Konferenz „Der Jahre Gute Geschäfte“ in Gütersloh. Für die Evaluation wurden 36 Mittlerorganisationen befragt, die insgesamt 48 Marktplätze durchführten. 32 dieser Organisationen beteiligten sich an der Befragung – und äußerten fast einstimmig eine hohe Zufriedenheit mit den Ergebnissen der Marktplätze.

Eine Herausforderung für die Marktplätze in Deutschland ist es danach, zu einem ausgewogenen Geben und Nehmen zwischen Unternehmen und Gemeinnützigen zu finden. Es herrscht die Erwartung vor, dass in erster Linie die Unternehmen geben. Zudem drehen sich die Vereinbarungen stark um geldwerte Leistungen und Produkte und der Austausch von engagierten Mitarbeitern ist noch schwach ausgeprägt. Der größte Teil der geschlossenen Vereinbarungen, etwa 70 Prozent, wurde eingelöst.

Die Evaluation zeigt auch, dass die Vorbereitung und Durchführung solcher Marktplätze personelle und finanzielle Ressourcen benötigt. Hilfreich ist die Unterstützung durch Kommunen (bei 94% gegeben) und Kommunalpolitiker, die sich als Türöffner engagieren. Die verbindliche Einbindung von Unternehmen stellt aus Sicht der Marktplatz-Organisatoren die größte Herausforderung dar. Sie setzt voraus, dass Vertreter von Unternehmen und Verbänden bereits in der Vorbereitung beteiligt sind. Eine Herausforderung bleibt auch der Aufbau längerdauernder Kontakte und weiterführender Projekte.

Weitere Ergebnisse der Evaluation: Ein großer Teil der Marktplätze fand im Osten statt – 20 von 48 – mit deutlichen Schwerpunkten in Thüringen und Brandenburg. Die Zahl der beteiligten Unternehmen lag in der Regel zwischen 11 und 50, einen deutlichen Schwerpunkt bildeten dabei der Handel und kleine Unternehmen mit bis zu 10 Mitarbeitern. Wirtschaftsverbände wirkten bei etwa zwei Drittel der Marktplätze mit. Die Kosten der Marktplätze lagen bei etwa der Hälfte in der Größenordnung bis 5.000 Euro, bei einem knappen Drittel über 10.000 Euro. Und nach 91 Prozent der Marktplätze wurde eine Neuauflage ins Auge gefasst.

Weitere Informationen:
www.gute-geschaefte.org

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