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Ford-Mitarbeiter bergen Kölner Archivgut

Köln > Rund 65.000 Urkunden ab dem Jahr 922 und 30 Regalkilometer Akten versanken beim Einsturz des Historischen Archivs der Stadt Köln am 3. März im Schutt. Inzwischen zeigen die intensiven Bergungsarbeiten messbare Erfolge. Bislang wurden bereits rund 25 Regalkilometer Archivgut geborgen, allerdings in sehr unterschiedlichem Erhaltungszustand. Bis zum Abschluss der Bergungsarbeiten liegt daher in der restauratorischen Erstversorgung der geborgenen Archivalien die eigentliche Herausforderung. Unterstützung erfährt das Bergungsteam dabei seit dieser Woche von 101 ehrenamtlichen Mitarbeitern der Ford-Werke in Köln. Sechs weitere Mitarbeiter des Unternehmens sind bei den Sicherungsarbeiten an der Einsturzstelle aktiv.

Bei Ford ist dieses Engagement Teil des Programms „Community Involvment“. Zwei ehrenamtliche Projektleiter sind mit der Organisation betraut. Nach der Vorstellung der Projektidee per Mailing an die Belegschaft gab es ein sehr großes Interesse. Aufgrund der gesundheitlichen Anforderungen – die Arbeit im Staub erfordert den Einsatz von Atemschutzmasken und eignet sich beispielsweise nicht für Allergiker – konnten nicht alle Interessenten zugelassen werden. Voraussichtlich bis zum 30. Juli erscheinen nun die ehrenamtlichen Ford-Mitarbeiter morgens um 8 Uhr im Erstversorgungszentrum in Köln-Porz, befreien die Archivalien mit dem Handfeger von Schmutz und Staub, kategorisieren diese grob und bereiten sie für die Trockenkammer vor, erfassen sie schließlich detailliert in einer Datei und bereiten sie für den Transport in andere Archive vor.

„Community Involvment“ ermöglicht es den Ford-Mitarbeitern, ihr Know How ehrenamtlich für Projekte am Standort Köln und in der Umgebung einzusetzen. Dazu werden sie für bis zu 16 Arbeitsstunden oder zwei bezahlte Arbeitstage im Jahr von dem Unternehmen freigestellt – für die Projektleiter sind es mitunter weitere zusätzliche Stunden, die sie innerhalb ihrer Arbeitszeit ableisten. Das Projekt „Community Involvment“ startete im Mai 2000 und integrierte bisher rund 7.500 Beschäftigte in 840 Projekten. Häufig sind dies Mitarbeiter aus der Verwaltung, aber auch Mitarbeiter aus der Produktion fehlen nicht in den Projekten. Allein in diesem Jahr haben sich bereits 516 Mitarbeiter in über 40 Projekten ehrenamtlich engagiert. Der Bogen reicht dabei von den Themenfeldern Gesundheit, Bildung, Kultur und Soziales über den Sport bis zu Hilfs- oder Rettungsdiensten. Zu letzteren ist wohl auch der Einsatz für das Kölner Stadtarchiv zu zählen. Das Unternehmen stellt für diese Arbeit auch einen Kleintransporter zur Verfügung – einen Ford Transit.