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Innovationen für den Klimaschutz brauchen Rahmenbedingungen – G8 Climate Scorecards heute in Berlin vorgestellt

München > Deutschland liegt mit seinen Bemühungen um den Klimaschutz und die Verringerung von CO2-Emmissionen an der Spitze der G8-Staaten – knapp vor Großbritannien und Frankreich. Das Schlusslicht bildet Kanada, die USA nehmen den vorletzten Platz ein. Das weisen die heute in Berlin von der Allianz SE und dem WWF – World Wide Fund For Nature vorgestellten G8 Climate Scorcards aus. Die Studie wurde zum dritten Mal in Folge im Vorfeld eines G8-Gipfels erstellt.

Im Dezember wird die Staatengemeinschaft in Kopenhagen über ein Kyoto-Folgeabkommen verhandeln. Die Rahmenbedingungen sind nach herrschender wissenschaftlicher Meinung: Um die gefährlichsten Folgen des Klimawandels abzuwenden, muss die globale Temperaturerhöhung auf maximal 2°C gegenüber vorindustriellen Werten begrenzt werden. Wenn die weltweiten Treibhausgasemissionen bis 2050 um 80% gegenüber dem Jahr 1990 reduziert werden, ist dieses Ziel erreichbar. In diesem Monat kann der G8-Gipfel in Italien dafür die Weichen stellen.

Deutschland, Großbritannien und Frankreich haben die aktuellen Kyoto-Ziele erreicht, so die Studie. Für die Begrenzung des globalen Temperaturanstiegs auf unter 2°C reichen jedoch auch die Bemühungen dieser Länder nicht aus. Der deutliche Rückgang der CO2-Emmissionen in Deutschland in der Zeit zwischen 1990 und 2000 hat eine wichtige Ursache im wirtschaftlichen Niedergang der ostdeutschen Schwerindustrie. Seither sinken die Emissionen nur langsam. Es fehlt eine überzeugende Strategie für eine kohlenstofffreie Energieversorgung ab 2050, ist der deutsche WWF-Geschäftsführer Eberhard Brandes überzeugt. Die Studie kritisiert Deutschland für die Aufweichung der strengen EU-Abgasnormen für Neufahrzeuge, den Emissionshandel und fehlende Initiativen gegen die hohe Abhängigkeit von Kohlestrom.

Großbritannien konnte durch den Umstieg von Kohle auf Gas in den 90er Jahren seine CO2-Emissionen deutlich senken. Zudem ist es das einige Land mit einer gesetzlichen Regelung zum Klimaschutz (Climate Change Act). Frankreich erreichte eine deutliche CO2-Reduzierung durch einen hohen Anteil an Atomenergie – was WWF und Allianz allerdings auch nicht als einen Wechsel zu einer nachhaltigen Energieerzeugung werteten.

Durch die ehrgeizigen Klimaschutzpläne der Obama-Regierung und erste Schritte zu deren Umsetzung konnten sich die USA vom letzten auf den siebten Platz verbessern. Dort geschah in den letzten sechs Monaten mehr für einen kohlestofffreie Wirtschaft als in den vorausgegangenen drei Jahrzehnten. Die Unterzeichnung des Kyoto-Protokolls durch Präsident Obama steht allerdings noch aus. In Kanada – dem Schlusslicht – steigen die CO2-Emissionen weiterhin. Es gibt zwar politische Pläne zu einer Verbesserung der Situation, diese werden aber nicht umgesetzt. Ein Pluspunkt für Kanada ist die Erzeugung sauberen Stromes durch die heimische Wasserwirtschaft.

„Die Wirtschaftskrise lässt sich mit finanziellen Mitteln entschärfen, aber kein Geld der Welt wird uns retten, wenn wir den Klimawandel jetzt nicht begrenzen“, so Dr. Joachim Faber aus dem Vorstand der Allianz SE. Faber zeigte sich anlässlich der Vorstellung der Studie überzeugt: „Eine kohlenstoffarme Zukunft bietet sowohl für die G8-Staaten als auch für Schwellenländer ein erhebliches Wachstumspotential. Zukünftige Investitionen und Produktentwicklungen benötigen dafür verlässliche Rahmenbedingungen.“ An seinen Schritte in diese Richtung wird sich der kommende G8-Gipfel messen lassen müssen.

Die Scorecards im Internet:
www.knowledge.allianz.de/scorecards

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