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WWF warnt vor ungebremstem Artenschwund

Frankfurt > Nach einer aktuellen Analyse der Weltnaturschutzunion IUCN steuert die Erde weiter auf ein massenhaftes Aussterben von Tier- und Pflanzenarten zu. Die in einer UN-Konvention vereinbarten Ziele, den Verlust der Biodiversität bis 2010 drastisch zu bremsen, kann nach IUCN-Informationen nicht mehr erreicht werden. Im Gegensatz dazu habe sich die biologische Vielfalt weltweit in den vergangenen Jahren sogar noch beschleunigt, so WWF-Experte Volker Homes. Die Umweltschutzorganisation fordert daher die Einrichtung eines UN-Weltrats zum Schutz der biologischen Vielfalt. Das wissenschaftliche Gremium soll ähnlich dem Weltklimarat die Regierungen im Kampf gegen den Artenschwund beraten und die Dringlichkeit des Handelns verdeutlichen. Unter dem Titel „Artenvielfalt in einer sich verändernden Welt“ analysierte die IUCN die knapp 45.000 Spezies, die sich auf der Roten Liste für gefährdete Arten befinden. Demnach gelten rund 17.000 dieser Arten als akut vom Aussterben bedroht. Allerdings werden lediglich 2,7 Prozent der weltweit 1,8 Millionen bekannten Arten untersucht, da es nur von diesen eine ausreichende wissenschaftliche Datengrundlage gebe. „Unsere Volkswirtschaften sind von der Biodiversität im höchsten Maße abhängig. Wir können uns ihren Verlustschlicht und ergreifend nicht leisten“, betont Volker Homes. „Vom Tourismus über den Ernährungsmittelsektor bis zur Pharmazie bildet die biologische Vielfalt eine wichtige Grundlage für den wirtschaftlichen Erfolg.“