Nachrichten

Grüne: Bundesregierung soll gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung Indiens stärken

Berlin > Indien stärker in die Lösung globaler Herausforderungen einzubinden und den Subkontinent bei der Bewältigung gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Reformen zu unterstützen, darauf wollte die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN die Bundesregierung mit einem Antrag verpflichten. Der Antrag fand im Deutschen Bundestag keine Mehrheit.

Die Bundesregierung sollte Indien bei der Bekämpfung der Kinderarbeit unterstützen und zu verstärkten Maßnahmen auf diesem Gebiet drängen, so der Antrag der Grünen. Bekräftigt werden sollte auch die Notwendigkeit einer Reform indischer Arbeitsgesetze. Die Bundesregierung solle sich für eine nachhaltige Entwicklung zum Schutz der sozialen und gesellschaftlichen Belange der Frauen einsetzen, Maßnahmen zur Verbesserung der Infrastruktur stärken, einen verbesserten Minderheitenschutz einfordern, auf die Beseitigung der noch bestehenden Auswirkungen des Kastensystems drängen und den Wechsel von der Nutzung der Atomkraft hin zu den Erneuerbaren Energien unterstützen. „Indien ist unerlässlich bei der Gestaltung eines fairen Welthandels und einer Stabilisierung des Finanzsystems“ heißt es in dem Antrag der Grünen, der am vergangenen Donnerstag im Parlament keine Mehrheit fand.

Mit ihrem Antrag greifen die Grünen die Situation in einem Land auf, in dem das Thema Corporate Social Responsibility eine wachsende Bedeutung besitzt. Es findet sich heute in Veranstaltungen vieler Business Schools und Colleges wieder. Jedoch besteht zwischen Theorie und Praxis ein großer Unterschied: Kinderarbeit etwa ist in Indien allgegenwärtig, auch wenn exportorientierte Unternehmer die ILO-Kernarbeitsnormen kennen und in diesen Produktionsbereichen anwenden. Von großer Bedeutung für Indien ist die wachsende Selbstorganisation der Zivilgesellschaft: Auf dem Subkontinent bestehen bereits über zwei Millionen Nichtregierungsorganisationen. Ein in dem Antrag der Grünen nicht genanntes und allgegenwärtiges Problem ist die Korruption.

Der Grünen-Antrag zum Download im Internet:
http://www.bundestag.de/dasparlament/2009/28/EuropaWelt/25079029.html

Hinterlassen Sie einen Kommentar