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TUI: Delphinschutz und Volunteering als CSR-Herausforderungen im Tourismus

Hannover > Im Sommer hat naturgemäß der Tourismus seine Hochsaison. Mit seinem weltweiten Aktionsradius, dem Hineinwachsen in naturreiche und ländliche Regionen, dem Einfluss auf lokale gesellschaftliche Entwicklungen und nicht zuletzt den Millionen von Reisenden stellen sich der Branche aus Sicht der Corporate Social Responsibility vielseitige Herausforderungen. Wie gehen Unternehmen damit um? Und welche Themen sind es im Detail, die sich ihnen stellen? Aktuelles am Beispiel TUI:

TUI streicht im Rahmen seiner Unterhaltungsprogramme für Reiseteilnehmer Ausflüge in das türkische „Troy Delfinarium“. Der Reiseveranstalter lässt Delfinarien als Veranstaltungsziele derzeit durch ein drittes Unternehmen auditieren. Das „Troy Delfinarium“ konnte keine Aufzeichnungen über Todesraten, die Futterqualität, das Gewicht der Tiere, die Sauberkeit des Wassers, separate Rückzugsbecken und Katastrophenpläne vorlegen. Ebenso fehlten teilweise erforderliche Importbescheinigungen nach den Richtlinien des Washingtoner Artenschutzabkommens (CITES). Besuche in Delphinarien, die dagegen eine artgerechte Haltung der Tiere nachweisen können, wird TUI weiterhin anbieten.

Einen Stopp der Besuche in dem Delphinarium hatte das „Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF)“ von dem Reiseveranstalter aufgefordert. WDSF-Geschäftsführer Jürgen Ortmüller sagte dazu: „Vor 2 Jahren wurden 10 Delphine für 280.000 US-Dollar aus Taiji, dem schlimmsten und grausamsten Delphinfanggebiet in Japan, nach Antalya importiert. Diese Delphine landeten offensichtlich auch im Troy Delphinarium und in anderen türkischen Delphinarien, weil die Delphinarien ein Millionengeschäft sind.“ Das WDSF steht der Delphinhaltung grundsätzlich eher ablehnend gegenüber und protestiert am Wochenende in Münster und Duisburg gegen die Delphinhaltung der dortigen Zoos.

Ein Reiseveranstalter kann Impulse für vertiefte Begegnungen mit Menschen auf anderen Kontinenten, ihrer Lebenssituation und den sozialen, ökonomischen und Ökologischen Herausforderungen dieser Regionen anbieten. Corporate Cause Promotion lautet der Begriff für ein solches Engagement, das sich hier für den Anbieter zugleich betriebswirtschaftlich rechnen soll. TUI bietet seinen deutschen Kunden ab sofort das in Großbritannien bereits etablierte Reiseangebot von i-to-i. Die hundertprozentige Tochter der TUI Travel PLC verbindet seit 1995 soziales Engagement mit „klassischen“ Urlaubserlebnissen: Häuser bauen in Costa Rica, mit Kindern in Vietnam arbeiten oder bei der Löwenaufzucht in Südafrika zum Artenschutz gehören zum Programm. Das Angebot richtet sich vorrangig an junge Menschen, wird aber – so die Erfahrungen aus Großbritannien – auch von Senioren gebucht. Bei den zwischen einer Woche und sechs Monaten dauernden Reisen können die Teilnehmer wählen, wie viel Volunteering dabei sein soll: 10, 50 oder 100 Prozent. Zur Vorbereitung erhalten die Reisenden umfangreiche schriftliche Informationen. Die Begleitung bei der Arbeit in den Projekten erfolgt durch lokale Organisationen und Mitarbeiter von i-to-i. TUI legt Wert darauf, dass nur solche Projekte ins Programm aufgenommen werden, in denen das ehrenamtliche Engagement der Reisenden einen echten Mehrwert schafft.

Weitere Informationen zu den Volunteer Reisen:
http://germany.i-to-i.com/

Foto: Besonders Sandstrände locken Urlauber (TUI)