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Triumph International: CCC protestiert gegen Entlassungen in Asien

München > Der Dessous-Hersteller Triumph International entlässt 3660 Arbeiterinnen aus Zulieferfabriken in Thailand und den Philippinen. Das meldet die Kampagne für saubere Kleidung (Clean Clothes Campaign – CCC) und organisiert den Protest dagegen. Denn nach Überzeugung der CCC ist dies nicht nur eine Reaktion auf die wirtschaftliche Rezession. Betroffen von Stellenabbau und Schließungen seien insbesondere gewerkschaftlich gut organisierte Firmen: die Triumph International (Philippines) Ltd. und die Star Performance Inc. auf den Philippinen sowie die Body Fashion Thailand. In einer gewerkschaftsfreien Fabrik in Thailand werde die Produktion dagegen ausgebaut. Zudem sei über die Kündigungen nicht rechtzeitig und offen mit den Gewerkschaften verhandelt worden. Die CCC fordert eine Rücknahme der Entlassungen sowie offene und transparente Verhandlungen mit den Gewerkschaften. Auf ihrer Website www.saubere-kleidung.de organisiert die NGO eine Online-Protestaktion, die neben einem schnellen Zugang zu themenbezogenen Pressemeldungen die Kontaktaufnahme und Protestmails gegenüber Triumph International erleichtert.

Die Kritik der CCC lässt Triumph International indes nicht gelten. Die betroffenen Arbeitnehmerinnen, die Gewerkschaften sowie die relevanten Behörden in Thailand und den Philippinen seien frühzeitig informiert worden. Bereits am 29. Juni seien das internationale Kapitel der CCC und der Generalsekretär der ITGLWF (International Textile, Garment and Leather Workers‘ Federation) sowie Behördenvertreter über die anstehenden Entlassungen informiert worden. Auch die betroffenen Arbeiterinnen erhielten Ende Juni eine schriftliche Information. Die Schließung der Fabriken bzw. der betroffenen Abteilungen werde Ende August erfolgen. Eine Auswahl der zu entlassenen Arbeitnehmer nach Gewerkschaftsangehörigkeit habe es nicht gegeben. Triumph sei nicht bekannt, welche seiner Arbeitnehmer gewerkschaftlich organisiert sei. Der Dessous-Hersteller will die gewerkschaftliche Organisation seiner Mitarbeiterinnen unterstützen und hat dies in seinem Verhaltenskodex festgelegt. So werde auch keine bisher gewerkschaftsfreie Fabrik ausgebaut: Der 1992 erbaute Body Fashion Thailand Produktionsstandort Nakhan Sawan wurde zwischen 2006 und 2008 erweitert; eine zukünftige Expansion sei weder geplant noch möglich.

Zudem betont Triumph, dass die den gekündigten Mitarbeiterinnen im Rahmen von Sozialplänen zugesagten Leistungen die gesetzlichen Forderungen weit überschreiten. Dazu gehören nach Unternehmensangaben verlängerte Gesundheitsvorsorge, Sachleistungen wie Nähmaschinen zum Aufbau eigener kleiner Betriebe oder Hilfen bei der Vermittlung von Anschlussjobs. Die Restrukturierung der unternehmerischen Aktivitäten in Thailand und den Philippinen sei in der gegenwärtigen Wirtschaftskrise und angesichts weltweiter Absatzrückgänge sowohl bei Handelspartnern von Triumph als auch beim Endverbraucher unerlässlich und auch der Verlust von Arbeitsplätzen sei unvermeidbar. „Triumph hat keine dieser Entscheidungen leichten Herzens getroffen; wir setzen alles daran, jede betroffene Mitarbeiterin und jeden betroffenen Mitarbeiter fair zu behandeln und ihr Ausscheiden so sozial verträglich wie möglich zu gestalten“, so das Unternehmen gegenüber CSR NEWS. Weltweit beschäftigt Triumph International etwa 40.000 Mitarbeiter.

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