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Ferkelprotest – Unternehmen reagieren auf Tierschutzinitiative

Bonn > Der Deutsche Tierschutzbund kämpft gegen die betäubungslose Kastration von Ferkeln und überzeugt damit Unternehmen in Deutschland. Jährlich werden hierzulande bis zu 22 Millionen Ferkel kastriert. Im Alter von sieben Tagen werden den Jungtieren mit einem scharfen Messer beide Hoden entfernt: ohne Betäubung, bei vollem Bewusstsein und vollem Schmerzempfinden. So soll der durch Hormone verursachte typische Ebergeruch verhindert werden. Der Deutsche Tierschutzbund übt Druck auf Unternehmen und die Politik aus, um eine Änderung dieser Praxis und des Tierschutzgesetzes durchzusetzen – im Internet mit der Website www.ferkelprotest.de.

Die Initiative zeigt Wirkung: McDonald’s Deutschland will sich künftig für einen Verzicht auf diese Methode einsetzen. Spätestens ab 2011 will das Unternehmen kein Fleisch mehr einsetzen, das von kastrierten Tieren stammt. Bis zur Umstellung verwendet McDonald’s Deutschland ausschließlich Schweinefleisch, das den Standards des QS-Prüfsystems entspricht. Ferkel, deren Fleisch unter dem QS-Siegel der Qualität und Sicherheit GmbH verkauft wird, erhalten ein Schmerzmittel gegen den Wundschmerz, jedoch ist die Wirkung dieses Schmerzmittels schwach und die Kastration erfolgt weiterhin betäubungslos.

Die Entscheidung von McDonald’s Deutschland übt zugleich Druck auf die Landwirtschaft aus: „Wir gehen davon aus, dass die deutsche Landwirtschaft bis 2011 in der Lage sein wird, uns die benötigte Menge an Schweinefleisch von unkastrierten Tieren zur Verfügung zu stellen. Je früher, desto besser. Sollte dies nicht der Fall sein, werden wir die Produkte im Ausland einkaufen. Gerne würden wir aber auch in diesem Bereich künftig auf die bewährte Qualität aus deutscher Landwirtschaft setzen“, sagte dazu Rudolf Ringhofer, verantwortlich für den Einkauf von McDonald’s Deutschland.

Und nun will auch Burger King spätestens ab 2011 auf das Fleisch kastrierter Schweine verzichten. „Der Druck auf alle anderen Anbieter von Produkten mit Schweinefleisch steigt damit täglich“, ist Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, überzeugt. Der Ausstieg aus der Ferkelkastration sei bereits vor 2011 möglich. Unternehmen müssten auf jeden Fall klare Fristen nennen, so Apel.

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