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Nachhaltigkeit gewinnt Einfluss auf Immobilienwert

Berlin > Immobilienunternehmer sind gut beraten, sich besser heute als morgen mit Fragen der Nachhaltigkeit ihrer Immobilien auseinander zu setzen. Wie Experten des „Green Building Council Australia“ festgestellt haben, wirkt sich Nachhaltigkeit auf Cash-Flow, Mietlaufzeit, Mietwachstumsraten, Mieterfluktuation und Investitionsbedarf aus und nimmt so Einfluss auf die Bewertung eines Gebäudes nach dem Discounted-Cash-Flow-Verfahren. Das berichten Stefanie Frensch und Dr. Alexandra Stock von der Ernst & Young Real Estate GmbH in der aktuellen Ausgabe 34 der „Ernst & Young Real Estate Trends“. Nach Auffassung der beiden Expertinnen ist es nur eine Frage der Zeit, bis konkrete Leitlinien für die Gebäudewertermittlung unter Berücksichtigung der Nachhaltigkeit folgen.

Bei einer von Ernst & Young im März durchgeführten Befragung unter Investoren gaben 64 Prozent an, bei Immobilienkauf Nachhaltigkeitsgesichtspunkte zu berücksichtigen. Im Sommer 2008 waren es nur 47 Prozent. Und 90 Prozent der Mieter sind nach dieser Umfrage bereit, für nachhaltige Mietflächen eine höhere Kaltmiete zu zahlen, wenn im Gegenzug Betriebskostensenkungen realisiert werden können. Im Jahr zuvor erklärten dies noch 33 Prozent. Nach überwiegender Ansicht der Investoren wird das Fehlen von Nachhaltigkeitszertifikaten zukünftig zu Wertabschlägen führen.

Wichtige Zertifikate sind dabei das LEED-System (Leadership in Energy and Environmental Design) des „US Green Building Council“ und das DGNB-Siegel der „Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen“. Das LEED-System ist etabliert und wurde bereits 1998 eingeführt. Das DGNB-Siegel wurde zu Beginn dieses Jahres den ersten 60 Gebäuden zuerkannt und ist auf die in Deutschland geltenden gesetzlichen Bestimmungen ausgerichtet. Wer hierzulande als Bauherr die Bestimmungen zu Baumaterial, Strom und Energie einhält, dem stünde aufgrund der allgemein hohen gesetzlichen Standards bereits das LEED-Zertifikat in Silber zu. Zu den Nachhaltigkeitsaspekten zählen jedenfalls neben Energiesparen und Umweltschutz die ökonomischen, die ökologischen die sozialen Dimensionen des Bauens.

Die aktuellen Ernst & Young Real Estate Trends steht hier zum Download bereit.

Foto: Abriss eines nicht nachhaltigen Hochhauses in einer Wohnsiedlung in Hückeswagen (CSR NEWS)