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Manager in der Burnout-Falle – Verantwortung der Unternehmen

Gütersloh > Zwei von drei deutschen Managern droht die Burnout-Falle: Sie fühlen sich im Job ausgebrannt – mit wenig Hoffnung auf Änderung. Darauf deuten die Auswertungen einer Online-Befragung der Bertelsmann Stiftung und des Schweizer Instituts „sciencetransfer“ unter 740 Managern in der ersten Jahreshälfte 2009. 70 Prozent der Befragten leiden danach bereits unter dauernder psychischer und physischer Erschöpfung – der nicht einfach zu begegnen ist. Denn steigende Belastungen beeinflussen die Erholungsfähigkeit von Menschen. Das rechtfertigt den Begriff „Burnout-Falle“: Ab einem bestimmten Erschöpfungsgrad geht die Fähigkeit verloren, mögliche Entspannungssituationen zu nutzen. Angesichts der hohen Zahl betroffener Arbeitnehmer zählt die „Work-Life-Balance“ zu den wichtigen Themen der Unternehmensverantwortung.

Burnout definiert die Bertelsmann-Studie als den Grad an physischer und psychischer Belastung, den eine Person empfindet. Für die befragten Manager ist dabei die Kombination von Belastungen im Arbeitsumfeld und im persönlichen Bereich ein Teil des Problems: Über 70 Prozent weisen hohe oder erhöhte Burnout-Werte im persönlichen Bereich auf, etwa 50 Prozent hohe oder erhöhte arbeitsbezogene Burnout-Werte. Ein Drittel fühlt sich am Ende eines Arbeitstages oft oder sehr oft ausgelaugt. Nur der Hälfte bleibt oft oder sehr oft genug Energie für Familie und Freunde. Und über die Hälfte schätzt die Erholungsqualität am Arbeitsplatz als (eher) ungünstig ein.

Das sollte nach Überzeugung der Studienautoren anders sein: „Wenn sich Belastungen nicht reduzieren lassen, muss die Erholung maximiert werden“, heißt es dort. Bisherige Studien zur Work-Life-Balance seien viel zu blind in Bezug auf die Erholungsqualität am Arbeitsplatz. Denn schließlich finde das Leben zu einem Drittel dort statt. Was sollten Arbeitgeber tun? „Langjährige Untersuchungen von ’sciencetransfer‘ zeigen, dass steigende Belastungen die Erholungsfähigkeit von Menschen prinzipiell ungünstig beeinflussen. Sie müssen möglicherweise erst wieder lernen, sich zu erholen“, so Detlef Hollmann, Projektmanager der Bertelsmann Stiftung. „Deshalb sollten Mitarbeiter und Unternehmen präventiv Erholungsphasen in den täglichen Arbeitsablauf integrieren.“ – Und das sicherlich bevor ein Stadium erreicht ist, in dem Mitarbeiter von diesen Erholungsphasen nicht mehr profitieren können.

Unter den 740 befragten Personen waren 18 Prozent Frauen und 23 Prozent Selbständige. Das Durchschnittsalter lag bei 46 Jahren.

Tipp: Finden Sie weitere Informationen über die unternehmerische Verantwortung zu diesem Thema auf www.csr-search.net bei einer Abfrage mit dem Stichwort „Burnout“.

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