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Gegen Sex-Handel mit Kindern – The Body Shop und ECPAT kooperieren

Freiburg > Am 31. August starteten The Body Shop und ECPAT die globale Kampagne „Stoppt Sex-Handel mit Kindern und Jugendlichen“. Mehr als 1,8 Millionen Kinder werden jedes Jahr weltweit sexuell ausgebeutet. Und das – wie aktuelle Medienberichte eindrucksvoll belegen – keinesfalls nur in der „Dritten Welt“. ECPAT International hat sich als ein globales Netzwerk von unabhängigen Organisationen zum Ziel gesetzt, die sexuelle Ausbeutung von Kindern in der Prostitution, durch Pornographie und Kinderhandel zu beenden. Und The Body Shop engagiert sich bereits seit Jahren mit Kampagnen für wichtige Themen – etwa gemeinsam mit TERRE DES FEMMES gegen häusliche Gewalt. Nun lenkt das Unternehmen die öffentliche Aufmerksamkeit auf das Problem Handel mit Kindern und Jugendlichen zum Zweck der sexuellen Ausbeutung. Über die Kampagne sprach CSR NEWS mit Alma Winkler von The Body Shop Deutschland:

CSR NEWS: Frau Winkler, können Sie uns sagen, wie die Kampagne in Deutschland aussehen wird?

Alma Winkler: Die Kampagne „Stoppt Sex-Handel mit Kindern & Jugendlichen“ von The Body Shop und ECPAT Deutschland e.V. startete am 31. August mit einer aufmerksamkeitswirksamen Promotion und Aktionen in allen The Body Shop® Geschäften, mit Informationsbroschüren sowie Informationen auf der Website www.thebodyshop.com/stop. Die Kunden von The Body Shop können die Kampagne mit dem Kauf der „Soft Hands, Kind Heart“-Handcreme (unverbindliche Preisempfehlung: 10,00 €) unterstützen: Der Reinerlös (6,32 €) von jedem verkauften Produkt geht direkt an ECPAT Deutschland e.V.. Den Erlös wird ECPAT in Deutschland für Sensibilisierungs- und Schulungsmaßnahmen verwenden, die darauf abzielen, sexuelle ausgebeutete und gehandelte Kinder und Jugendliche künftig besser betreuen und schützen zu können. Jugendliche werden in diese Präventionsprogramme eingebunden. Außerdem wird es eine Reihe von öffentlichkeitswirksamen Veranstaltungen sowie Lobbyingmaßnahmen in Bezug auf Entscheidungsträger für einen besseren Schutz der Opfer geben.

CSR NEWS: Welche Erfahrungen machen Sie international mit der Kampagne?

Winkler: Die Kampagne ist weltweit sehr erfolgreich angelaufen. Die Organisation ECPAT nimmt dabei eine Expertenrolle zum Thema der sexuellen Ausbeutung von Kindern ein. Die Zusammenarbeit ist sehr konstruktiv. Gemeinsam leiten wir die Kampagnenbotschaften und – Aktionen so, dass sie dem obersten Ziel dienen: dem Stopp von Menschenhandel an Kindern und Jugendlichen. ECPAT setzt sich dafür ein, dass sich Politiker und andere Entscheidungsträger mehr im Kampf gegen den Handel mit Kindern und Jugendlichen engagieren und ruft gleichzeitig eine Serie von Anti-Menschenhandel-Projekten ins Leben, die Opferhilfe für Kinder unterstützen.
Ein erstes Ergebnis der Zusammenarbeit von ECPAT International und The Body Shop ist außerdem ein internationaler Bericht zum Thema Kinderhandel: Der Bericht „Their Protection is in Our Hands – The State of Global Child Trafficking for Sexual Purposes” zeigt auf, dass Handel mit Kindern und Jugendlichen zu sexuellen Zwecken in vielen Ländern ansteigt und Regierungen nicht genug tun, um das Problem wirksam zu bekämpfen.

CSR NEWS: Welche Erfahrungen haben Sie in Deutschland mit der Kampagne gegen häusliche Gewalt und gemeinsam mit TERRE DES FEMMES gesammelt?

Winkler: Die The Body Shop Mitarbeiter konnten in Deutschland insgesamt 260.715 € für TERRE DES FEMMES sammeln. Die gesammelten Spenden sind jedoch nur ein Teil von dem, was unsere Kampagne erreicht hat. In Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen und TERRES DES FEMMES hat die Kampagne Meinungen geändert und lebendige Diskussionen angeregt und viel Aufmerksamkeit für dieses Thema erreicht, um Frauen und Kindern einen besseren Schutz zu bieten.

Mit dem Erlös aus der Kampagne wurde ein Musiktheaterstück für Jugendliche ab 12 Jahren produziert. Das Stück “Du bist unschlagbar” ist seit Anfang 2007 über 40 Mal an Schulen aufgeführt worden und hat damit mindestens 6.000 SchülerInnen erreicht. Mit “Du bist unschlagbar” wurde eine Bedarfslücke geschlossen und ein innovativer Zugang zum Thema Häusliche Gewalt in der Präventionsarbeit entwickelt.

TERRE DES FEMMES und The Body Shop haben im Zuge der Kampagne die Idee der Workplace Policy – Selbstverpflichtung von Unternehmen gegen Häusliche Gewalt – in Deutschland eingeführt. TERRES DES FEMMES haben Verbündete aus der Privatwirtschaft und öffentliche Arbeitgeber gegen Häusliche Gewalt gewonnen und setzen sich weiterhin dafür ein, dass so viele Unternehmen wie möglich diese Idee einführen. Durch die Umsetzung der Workplace Policy müssen Frauen nicht mehr befürchten, dass sie aufgrund von (durch Häusliche Gewalt bedingten) Arbeitsausfällen, Krankheitsausfällen etc. ihren Arbeitsplatz verlieren. Stattdessen wird Ihnen Unterstützung in der Situation angeboten.

Darüber hinaus konnte TERRE DES FEMMES sich kritisch mit der neuen FGG-Reform (Reform des Verfahrens in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit) auseinandersetzen und eine Änderung der neuen FGG-Reform in Fällen von Häuslicher Gewalt fordern. Dieser Forderung wurde durch die Übergabe von einer Unterschriftenliste mit über 6.000 Unterstützerinnen an Bundesjustizministerin Zypries Nachdruck verliehen. Die gesetzliche Handhabung stellt für von häuslicher Gewalt betroffene Frauen und Kinder eine sehr große Belastung dar, da sie zum Kontakt mit der gewalttätigen Person gezwungen werden.

CSR NEWS: Vielen Dank!

Weitere Informationen im Internet:
www.thebodyshop.com/stop

Foto: The Body Shop

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