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Was deutsche Unternehmen gegen Übergewicht „unternehmen“ können: Corporate Citizenship am Beispiel der SportScheck GmbH und seinem langfristigen Projekt „Sport im Hort“

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts ist mittlerweile jedes sechste Grundschulkind in Deutschland übergewichtig, Tendenz steigend. Um diesem – mittlerweile weltweiten – Problem – entgegenzuwirken, entwickelte der Sportfachhändler SportScheck GmbH einen beispielhaften Projektansatz, in dem wissenschaftliche Erkenntnisse und gesellschaftliches Engagement eines Unternehmens zusammengeführt und erste Lösungsschritte entworfen werden.

Genanntes Engagement von Unternehmen – auch als Corporate Citizenship bezeichnet – kann u.a. in Form von Unternehmenskooperationen realisiert werden, die immer bedeutsamer für das Kerngeschäft einer Firma werden. Dieser Aspekt – mit dem Begriff business case definiert – wird somit durch die strategische und ganzheitliche Einbindung von gesellschaftlich relevanten Themen – dem sogenannten social case – erweitert und gleichzeitig effizienter gestaltet, da Unternehmen durch Corporate-Citizenship-Projekte bedeutende Nutzengewinne einbringen können.

In diesem Zusammenhang kann eine aktuelle Initiative des Unternehmens SportScheck GmbH angeführt werden, die seit Frühjahr 2009 erstmalig in Form des Projekts „Sport im Hort“ im Rahmen der jährlichen Großveranstaltung zum Münchner Stadtlauf der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Dabei zeichnete das Unternehmen das sportliche Engagement von teilnehmenden Hortmitarbeitern aus unterschiedlichen Münchner Horten mit einer Urkunde sowie – allem voran – mit einer Siegerprämie aus. Zusätzlich erbrachte das Unternehmen eine Geldspende, deren Höhe sich an der zurückgelegten Strecke der teilnehmenden Läufer bemaß. So konnten die über 15.000 Teilnehmer eine einträgliche Summe „einlaufen“.

Hintergrund dieser Cause-Related-Maßnahme ist ein großangelegtes Projekt der SportScheck GmbH, der eine dauerhafte und nachhaltige Kooperation mit dem Hort als gemeinnütziger Organisation sowie der öffentlichen Verwaltung – hier im konkreten Fall der Stadt München – pflegt, um Kinder im Grundschulalter für mehr Bewegung zu begeistern. Der internationale Sporthändler konnte zudem mit dem Lehrstuhl für Gesundheitsförderung unter Dr. Thorsten Schulz der Technischen Universität München einen Kooperationspartner aus dem wissenschaftlichen Bereich gewinnen, der die Evaluierung des Projekterfolgs, d.h. die medizinischen Erkenntnisse und Fortschritte, begleitet. Konkret bedeutet dies, dass jährlich drei Horte – vorerst im Münchner Raum – eine Förderung von jeweils 5.000 Euro im Sportbereich von dem Unternehmen erhalten, welches das Projekt weiterhin finanziell unterstützt. Dies bedeutet, dass die Situation der Horte, d.h. die Sportausausstattung und -durchführung, durch monetäre Zuwendungen langfristig verbessert werden kann, um zu gewährleisten, dass sich Kinder so früh als möglich an regelmäßiges Training gewöhnen können. Zielsetzung ist dabei das präventive Entgegenwirken von Übergewicht.

Somit kann als potenzielles Instrument bzw. Kernvoraussetzung zur Umsetzung von Corporate Citizenship die umfassende Zusammenarbeit in Form von Unternehmenskooperationen mit den weiteren Engagementpartnern – wie im konkreten Beispiel dem Hort als gemeinnütziger Organisation – identifiziert werden. Dabei besteht großes Synergiepotenzial für die beteiligten Akteure, da sich gemeinnützige Organisationen aufgrund ihrer Arbeit im sozialen Bereich durch viel Expertenwissen auszeichnen und diese Kompetenz als gesellschaftlich legitimierte Institutionen einbringen können. Non-Profit-Unternehmen können somit im Hinblick auf die Umsetzung gemeinsamer Projekte und Maßnahmen mit ihren Partnern gemeinwohlorientiert und kooperativ agieren.

Allerdings ist zu betonen, dass gemeinnützige Organisationen und Unternehmen häufig unterschiedliche Organisationsstrukturen und -kulturen sowie Rahmenbedingungen aufweisen. Dies hat beispielsweise Auswirkungen in Bezug auf die Ressourcen „Zeit“ und „Aufgabenbereich“, d.h. der Faktor „Zeit“ muss bei Nonprofit-Organisationen häufig anders koordiniert werden als bei gewinnorientierten Unternehmen. Erstere verfügen darüber hinaus i.d.R. über ein anderes Aufgabenspektrum, das oftmals nur durch die ehrenamtliche Tätigkeit Einzelner bewältigt wird. Im Hinblick auf eine tragfähige Kooperation ist es hilfreich, klare Ziele und einen festen Zeithorizont zu definieren, die in kleinen Arbeitsschritten umgesetzt werden können und die größtmögliche Schnittmenge an gemeinsamen Zielen und Wertvorstellungen aufweisen.

Im Fall des Projekts „Sport im Hort“ sind in der Stadt München sowie den Horteinrichtungen äußerst sinnvolle und wichtige Partner zu sehen. Bei derartigen Kooperationen sollte im Speziellen die klare Formulierung bezüglich der Zielsetzung sowie der einzelnen Projektpunkte stets im Vordergrund stehen, um eine optimale Schnittmenge zu erhalten.

Abschließend bleibt zu betonen, dass strategisches Corporate-Citizenship-Management in Bezug auf seine Verankerung, Umsetzung und Profilierung in der aktuellen deutschen Unternehmenslandschaft teilweise noch einer gewissen Professionalität ermangelt, die durch bereichsübergreifende Verankerung in allen Unternehmensbereichen verbessert werden könnte. Dadurch ließe sich z. T. brachliegendes Nutzenpotenzial aus „wert-vollem“ gesellschaftlichen Engagement verstärkter ausschöpfen.

Von Miriam Schuller

sneep – das Studentische Netzwerk für Wirtschafts- und Unternehmensethik – engagiert sich deutschlandweit in rund 30 Lokalgruppen, um mit verschiedenen Projekten, um Themen rund um WUE in Lehre und Praxis voranzubringen. Nähere Informationen zu sneep sind auf der Homepage www.sneep.info zu finden.

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