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Initiative „Ohne Models“ – BRIGITTE kritisiert Modebranche

Berlin > Die Frauenzeitschrift BRIGITTE zeigt ab sofort auf sämtlichen Fotostrecken nicht mehr Models, sondern prominente und weniger prominente Frauen aus unterschiedlichen Berufsfeldern und – ihre Leserinnen. Ab dem 2. Januar werden in den Zeitschriften keine Models mehr zu sehen sein. BRIGITTE begründet die Initiative „Ohne Models“ auch mit dem Statement: „Weil wir Mode und Beauty in Zukunft an Frauen zeigen wollen, die nicht den oft perversen Gesetzen des Modelgeschäfts unterworfen sind, sondern mitten im Leben stehen.“ Die gestern lancierte Initiative stößt auf großes Leserinteresse: Bereits 97 Kommentare finden sich auf der BRIGITTE-Website dazu. Etwa den Beitrag von Freakysue, die schreibt: „Hand aufs Herz: wieso kommt ihr erst jetzt damit? Gibt es die mageren Hungerhakenmodels erst seit diesem Jahr?“ Resonanz findet die Initiative aber auch im politischen Raum:

„Modewelt wie Medien müssen hier ihre gesamtgesellschaftliche Verantwortung insbesondere für Heranwachsende wahrnehmen“, erklärt die Vorsitzende der Gruppe der Frauen der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Ingrid Fischbach MdB, dazu heute. Models seien auf Modeschauen und Bildern immer schmaler geworden, Kleidergröße „Null“ sei schon der Normalfall. Initiative von BRIGITTE sei daher ein mutiger Schritt und empfehlenswert für andere Frauenzeitschriften.

Die Kritik an den „Mager-Models“ hat auch in der Modebranche bereits Reaktionen hervorgerufen: So durften auf den Madrider Modeschauen 2008 keine untergewichtigen Models mit einem Bodymaß-Index unter 18 auf den Laufsteg.

Vorgemacht hat den Einsatz von Nicht-Models unter anderem Dove mit der „Initiative für wahre Schönheit“. Auch diese Initiative hat eine große Öffentlichkeitswahrnehmung erreicht und gezeigt: Was aus der Perspektive der gesellschaftlichen Verantwortungsübernahme gut ist, kann auch einen wichtigen Beitrag zum geschäftlichen Erfolg leisten.