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Welternährung, nachhaltige Landwirtschaft und Biotechnologie

Frankfurt am Main > Landwirte in aller Welt müssen nach Schätzungen der Welternährungsorganisation FAO bis Mitte des Jahrhunderts 70 Prozent mehr Lebensmittel produzieren, um rund neun Milliarden Menschen zu ernähren. Um die Produktivität der Landwirtschaft auf den vorhandenen und nicht beliebig erweiterbaren Flächen zu steigern, braucht es wirksamen Pflanzenschutz, Düngung und Biotechnologie, unterstreicht der Industrieverband Agrar e. V. (IVA) mit Blick auf den heutigen Welternährungstag. „Studien haben gezeigt, dass durch Düngung und Pflanzenschutz die Energieeffizienz von Landwirtschaft steigt und Treibhausgasemissionen je produzierte Einheit sinken“, betont der Hauptgeschäftsführer des IVA, Volker Koch-Achelpöhler. „Biotechnologie wiederum kann einen wichtigen Beitrag leisten, um Kulturpflanzen gegen den Klimawandel, der bereits eingesetzt hat, widerstandsfähig zu machen.“ Alle Chancen moderner Agrartechnologie seien daher verantwortungsvoll zu nutzen.

Höhere landwirtschaftliche Erträge und Umweltschutz schließen einander nicht aus, betont im gleichen Zusammenhang die Fördergemeinschaft Nachhaltige Landwirtschaft e.V. (FNL). „Die Landwirtschaft in Deutschland kann – heute und in Zukunft – einen wichtigen Beitrag zur Welternährung liefern und zugleich die Umwelt schonen“, sagt Dr. Gibfried Schenk, Geschäftsführer der FNL. „Der Schlüssel dazu heißt Ressourceneffizienz: der Einsatz von moderner Technologie und die nachhaltige Bewirtschaftung nach den Kriterien guter fachlicher Praxis.“ In den letzten zwei Jahrzehnten habe die deutsche Landwirtschaft ihre Erträge deutlich verbessert – beim Getreideanbau etwa um durchschnittlich rund 35%. Diese Verbesserung sei Hand in Hand mit einer deutlichen Senkung des Einsatzes von Produktionsmitteln gegangen. So sei in Deutschland die Ausbringung von Stickstoff um rund 11%, die von Kalium um ca. 55% und die von Phosphat sogar um ca. 63% gesunken.