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Indonesisches International Garment Training Centre weitet Aktivitäten trotz Krise aus

Jarkarta > Ausbildung ist die Kernaufgabe des indonesischen International Garment Training Centre (IGTC). Das Center wird auch durch Unternehmen finanziert, die sich in Staatseigentum befinden, und weitet derzeit seine Aktivitäten aus. Das IGTC hat „sehr gute Referenzen als CSR-‚Agent‘ vorzuweisen“, betont dessen Direktor Johann Hoepflinger gegenüber CSR NEWS, was die Partnerunternehmen zu höheren Zuweisungen aus ihren CSR-Töpfen motiviert habe. In den nächsten 18 Monaten wollen Hoepflinger und sein 45 Personen umfassendes Mitarbeiterteam über 1.000 Studenten in Berufen der Textilindustrie ausbilden und in entsprechende Jobs vermitteln.

Indonesien leidet unter einer sehr hohen Arbeitslosenrate von Absolventen allgemein- und berufsbildender Schulen. Nach offiziellen Statistiken machten diese im vergangenen Jahr 34% unter allen arbeitslos gemeldeten Personen aus. Gleichzeitig übersteigt die Nachfrage nach gut ausgebildeten Arbeitskräften bei weitem das Angebot und führt insbesondere im Textilsektor zu Wettbewerbsnachteilen von indonesischen Unternehmen am internationalen Markt. Deutsche Textilunternehmen beschlossen deshalb bereits 1997, der indonesischen Textilindustrie bei der Qualifizierung ihrer Arbeitskräfte zu helfen. Es entstand das International Garment Training Centre (IGTC), das sich als ein Element gelebter Corporate Social Responsibility versteht. Dem IGTC kommt heute eine regionale Besonderheit zugute: Ein indonesisches Firmengesetz aus dem Jahr 2007 verpflichtet alle Unternehmen außerhalb des Finanzsektors, deren Aktivitäten die Umwelt beeinflussen, zur Finanzierung von CSR-Aktivitäten.

Das IGTC verfügt über 10.000m² Grund und Boden, zehn Klassenräume inklusive zwei Computerklassen, eine Kleinfabrik mit drei Produktionslinien, eine Bibliothek sowie eine Materialbibliothek, Unterkünfte für 192 Personen, eine Kantine, eine Veranstaltungshalle und ein Sportfeld. Es bietet Kurse und Seminare zur CSR-Philosophie in der Textilindustrie an und behandelt dabei Themen wie „Code of Conduct“, CSR-Reporting und „Sustainable Development“. Als einen Beitrag zur Armutsbekämpfung führt das IGTC spendenfinanzierte Programme durch, die Frauen eine berufliche Qualifizierung geben und sie zur Führung einer eigenen kleinen Näherei befähigen.

Zudem beauftragen Unternehmen das IGTC mit der Durchführung von CSR-Aktivitäten und stellen dazu Stipendien oder Programmfinanzierungen bereit. Begünstigt werden dabei Studenten, die sich eine weiterführende Ausbildung nicht leisten konnten und zum Zeitpunkt ihrer Bewerbung ohne Job waren. Mit den Stipendien werden die Ausbildungskosten, die Unterkunft im Studentenheim, die Verpflegung (3 Mahlzeiten täglich) und die ärztliche Versorgung am IGTC Campus sichergestellt. Zudem unterstützt das IGTC seine Studenten dabei, nach der Ausbildung eine ihrer Qualifikation angemessene Anstellung zu finden. Finanziert wurden diese Aktivitäten bisher unter anderem von der Commerzbank, der GTZ und s.Oliver.

Weitere Informationen zur Arbeit des IGTC sowie zu Rahmenbedingungen und Fallbeispielen der Corporate Social Responsibility in Indonesien finden sich auf www.csr-weltweit.de.

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