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Unternehmerischer Erfolg und soziale Belange im Einklang – die Bayer-Nachhaltigkeitsstrategie 2009

Leverkusen > Bayer will den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens mit den sozialen Bedürfnissen der Gesellschaft und ökologischen Herausforderungen in Einklang bringen. Wie dies konkret aussehen soll, stellte das für Nachhaltigkeitsthemen verantwortliche Vorstandsmitglied Dr. Wolfgang Plischke gestern bei einer Pressekonferenz in Leverkusen vor. Dabei ging es natürlich um das große Thema Klimawandel. Hier will Bayer durch die gemeinsam mit Partnern entwickelte „Sauerstoffverzehrkathode“ den CO2-Ausstoß bei der Chlorproduktion um 30 Prozent senken. Aber der Klimawandel war nicht das einige und auch nicht das beherrschende Thema:

Eine Milliarde Menschen leiden heute an Hunger. Der Bedarf an Nahrung und Energie steigt, jedoch lassen sich die zur Verfügung stehenden Anbauflächen nicht ausweiten. Im Gegenteil: Der Klimawandel bedroht die Ernteerträge. Bayer will mit einem Programm zum nachhaltigen Reisanbau die Ertrags- und Einkommenssituation der Reisbauern in Indonesien nachhaltig verbessern. Die Idee: An die Stelle der vorgezüchteten und dann auf geflutete Felder umgepflanzten Reissetzlinge treten vorgekeimte Saatkörner. Diese werden mithilfe einer von Bayer zur Verfügung gestellten Saatmaschine trocken in den Boden gesenkt. Der Wassereinsatz lässt sich so deutlich reduzieren. Diese Anbaumethode, das von Experten an die indonesischen Landwirte weitergegebene Wissen und der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln führt zu einer 10-prozentigen Ertragssteigerung, berichtete Plischke. 200.000 indonesische Bauern sollen zukünftig von diesem Programm profitieren.

Als ein weiteres Beispiel für das Nachhaltigkeitsengagement von Bayer stellt Plischke den Einsatz seines Unternehmens für neue Tuberkulose-Therapien vor. Tuberkulose gehört zu den „vernachlässigten“ Krankheiten, denn sie schien weitgehend besiegt. Die zur Verfügung stehenden Medikamente sind alt und angesichts von Resistenzbildungen oft unwirksam. TB ist wieder auf dem Vormarsch – nicht zuletzt in Verbindung mit der Immunschwächeerkrankung AIDS. Heute zählt die Statistik neun Millionen akute TB-Erkrankungen und zwei Millionen Todesfälle pro Jahr. Bayer arbeitet zusammen mit der Global Alliance for TB Drug Development (kurz: TB Alliance) an der Entwicklung einer neuen Kombinationstherapie, die zu einer um ein Drittel verkürzten Behandlungszeit führen soll. Als weitere vernachlässigte Krankheiten engagiert sich Bayer für die Afrikanische Schlafkrankheit und für die Bekämpfung von Chagas. „Wir können nicht das Weltgesundheitsproblem alleine lösen. Aber wir können Beiträge leisten“, betonte anschließend Bayer-Vorstandschef Werner Wenning.

Familienplanung in Entwicklungsländern, die Food Chain Partnership für Gemüse in Indien, der Klimaschutz und das EcoCommercial Building-Programm stellte Plischke als weitere Nachhaltigkeitsbeispiele heraus. Nicht alle Themen kann Bayer gleichzeitig bearbeiten: So steht das Carbon Footprinting für die Unternehmensprodukte noch aus.

In der Diskussion auf der Bayer-Pressekonferenz ging es auch um die gesellschaftliche Bedeutung des Unternehmens an seinem wachsenden Produktionsstandort China. Plischke betonte die Bedeutung der Netzwerke, die dort von seinem Unternehmen ausgehen. Dazu gehört die strategische Partnerschaft mit der Tsinghua-Universität in Peking. Welche Potentiale in der Mitarbeiterkultur des Unternehmens stecken, wurde im Mai vergangenen Jahres nach der Erdbebenkatastrophe in der chinesischen Provinz Sichuan deutlich: Die Erdstöße vom 12. Mai 2008 töteten etwa 70.000 Menschen und machten 10 Millionen Menschen obdachlos. Spontan meldeten sich viele chinesische Bayer-Beschäftigte für die Katastrophenhilfe. Der Konzern öffnete ihnen den entsprechenden Zeithorizont. Bayer widmete sich dann dem Wiederaufbau der „Sichuan Hochschule für Technik und Wirtschaft“ und motivierte seine Mitarbeiter zur Freiwilligenarbeit in der Region.

Acht sogenannte Leuchtturmprojekte gehören zum Nachhaltigkeitsprogramm von Bayer. Weltweit werden mehr als 15 Millionen Menschen direkt davon profitieren. In Deutschland engagiert sich Bayer im Umfeld der Unternehmensstandorte und fördert über die Bayer Science & Education Foundation innovative Schulprojekte mit rund 500.000 Euro pro Jahr. Über 100 Journalisten aus 35 Ländern verdeutlichten gestern das gewachsene öffentliche Interesse an diesen Themen.

Foto: Bayer-Vorstandsmitglied Dr. Wolfgang Plischke (CSR NEWS)