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ARBEIT PLUS 2009 – Evangelische Kirche vergibt Arbeitsplatzsiegel

Bonn > Am Freitag übergab Altpräses Manfred Kock in Bonn für die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) das Arbeitsplatzsiegel ARBEIT PLUS 2009. Acht Unternehmen erhalten in diesem Jahr die Auszeichnung: die Bayer MaterialScience AG, die BERA PERSONALdienstleistungen GmbH, die Deutsche Kreditbank AG, die Kreissparkasse Ludwigsburg, die Silbitz Guss GmbH, die Sozialholding der Stadt Mönchengladbach, Sparkasse Vogtland und START Zeitarbeit NRW.

Angeregt wurde das Arbeitsplatzsiegel im Jahr 1997 durch den damaligen Präsidenten des Deutschen Evangelischen Kirchentages, Dr. Rainer Meusel. Der Unternehmer Meusel erlebte „Kirche und Wirtschaft als etwas, das sich beißt“. Er war überzeugt: Es macht keinen Sinn, wenn Kirche auf Wirtschaft schimpft, wo es doch auch positive Beispiele gibt. Seine auf dem Kirchentag vorgetragene Idee, diese positiven Beispiele auszuzeichnen, stieß auf großes Interesse. Meusel erhielt die ersten Anrufe mit der Frage „Wo gibt es dieses Siegel?“, als das Siegel noch gar nicht gestaltet war. Ein wichtiger Aspekt der Zertifizierung liegt für den Unternehmer und evangelischen Christen darin, dass sie neu die Türe zwischen Wirtschaft und Kirche öffnet und die Diskussion auf eine andere Ebene hebt. Nach einer Erprobungsphase übernahm die EKD 1999 diese Auszeichnung und hat sie seither 70 Mal zuerkannt.

Vergeben wird ARBEIT PLUS aufgrund eines durch das Institut für Wirtschafts- und Sozialethik an der Universität Marburg (IWS) erstellten Gutachtens. Für den Institutsleiter Prof. Dr. Wolfgang Nethöfel ist diese Zertifizierung ebenfalls eine Chance zur Kommunikation. Das uneffektive Muster – die Kirche erhebt moralische Ansprüche und die Wirtschaft verteidigt sich – wird damit überwunden. Wirtschaft erlebt sich als ernst genommen. Die meiste Überzeugungsarbeit habe in Richtung Kirche geleistet werden müssen, so Nethöfel. Bedauert habe er, dass kein gemeinsames Siegel mit der katholischen Seite möglich war. Bei der Gutachtenerstellung werden Unternehmen entlang der Kategorien Lebenschancen, Beteiligungschancen, Entfaltungschancen und Beiträge zur Sozialkultur einer branchenbezogenen Beurteilung unterzogen und es werden Gespräche mit Geschäftsführungen und Betriebsräten geführt. Für diese Zertifizierung bewerben können sich branchenübergreifend Unternehmen ab 50 Mitarbeitern. Nicht jeder Bewerber erhält die Auszeichnung auch, mancher schafft es in einem zweiten Anlauf. Über die Identität der gescheiterten Bewerber wird Stillschweigen vereinbart. Nach der Vergabe der Auszeichnungen erhält jedes Unternehmen einen Untersuchungsbericht mit Hinweisen auf Stärken und Schwächen der betrieblichen Beschäftigungspolitik. Die Teilnahme an dem Zertifizierungsverfahren ist kostenpflichtig.

Weitere Informationen im Internet:
www.arbeit-plus.de

Foto: ARBEIT PLUS Vergabe 2009 (v.l.): OKR Cornelia Coenen-Marx, Altpräses Manfred Kock, BERA-Geschäftsführer Bernd Rath und Pressesprecher Benjamin Rieck (BERA PERSONALdienstleistungen, Schwäbisch Hall) sowie Ramona Blankenstein sowie Claudia van der Zander von BERA (Foto: Martin Magunia)