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Nachhaltigkeitsranking der Dax-Konzerne: Henkel auf Platz 1

Düsseldorf > Im Auftrag der WirtschaftsWoche hat Oekom Research ein Nachhaltigkeitsranking der Dax-Konzerne erstellt und nun veröffentlicht. Darin belegt Henkel den ersten Platz, gefolgt von der Deutschen Telekom und der Allianz auf den Plätzen zwei und drei. Schlusslichter des Rankings bilden die Salzgitter AG und die Hannover Re.

Die Spitzenposition von Henkel belegt, dass sich Nachhaltigkeit nicht von heute auf morgen in einen Konzern implementieren lässt. „Henkel hat Nachhaltigkeit sehr früh zur Chefsache gemacht“, berichtet Oekom-Vorstand Matthias Bönning in der WirtschaftsWoche. Erfolge lassen sich dabei an verschiedenen Indikatoren im Zeitraum ab 1998 messen: der Energieverbrauch je Tonne Fertigprodukt sank um 40 Prozent, das Abfallaufkommen um 37 Prozent und der Wasserverbrauch wurde halbiert.

Die Deutsche Telekom punktete insbesondere mit der Energieeffizienz ihres Datennetzes: Trotz drastisch wachsender Datenmengen hielt der Konzern den Stromverbrauch auf dem Niveau des Jahres 2002. Zudem kauft die Telekom im Wert von 84 Prozent ihres Stromverbrauchs Zertifikate aus der Wind- und Wasserenergie. Zusammen mit der Verantwortungsübernahme in der Zulieferkette erreichte das Unternehmen so trotz Datenskandal den zweiten Platz.

Bei der Allianz trug das gemeinsam mit der UN entwickelte und insbesondere in Asien umgesetzte Konzept für Mikroversicherungen zum dritten Platz bei. Zudem will der Versicherungskonzern bis zum Jahr 2012 die CO2-Emissionen pro Mitarbeiter um 20 Prozent unter das Niveau von 2006 drücken. Die Branche ist von den Folgen des Klimawandels unmittelbar betroffen: Knapp 600 Millionen Euro kostete im Jahr 2005 Hurrikan Katrina die größten europäischen Versicherer, berichtet die WirtschaftsWoche. 2002 verursachte die Elbeflut Versicherungsleistungen von über 800 Millionen Euro. Über 40 Prozent der Versicherungsschäden weltweit gehen auf das Konto von Naturkatastrophen.

Mit den Plätzen vier, fünf und sechs landeten die Automobilhersteller BMW, Daimler und VW deutlich im oberen Drittel des Rankings. Hier machten sich Technikoffensiven zur Steigerung der Energieeffizienz bezahlt, so der Bericht. Beim Durchschnittsverbrach der Fahrzeuge haben die deutschen Autobauer nach Einschätzung von Oekom-Vorstand Bönning jedoch auch weiterhin Nachholbedarf.

Oekom Researc berücksichtigte in dem Ranking 100 branchenspezifische Kriterien, wertete Geschäfts- und Umweltberichte ebenso aus wie die Ergebnisse von Internet- und Datenbankrecherchen, analysierte Presseberichte und führte Gespräche mit Experten aus Wissenschaft, Kartellämtern, Gewerkschaften und Nichtregierungsorganisationen. Im Bereich der sozialen Leistungen wurden dabei die Kategorien Mitarbeiter und Zulieferer, Gesellschaft und Produktverantwortung, Corporate Governance und Wirtschaftsethik berücksichtigt. Bei den ökologischen Leistungen zählten die Kategorien Umweltmanagement, Produkte, Dienstleistungen und Öko-Effizienz. Im WirtschaftsWoche-Interview beklagt Oekom-Vorstand Bönning, dass insbesondere Finanzdienstleister und die Immobilienbranche Nachhaltigkeitsthemen nicht erst genug nehmen.

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