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Nachhaltige Nutzung maritimer Ressourcen: Ristic erhält DNWE-Preis für Unternehmensethik 2010

Essen > Am Montag erhielt die Ristic AG aus dem fränkischen Oberferrieden vom Deutschen Netzwerk Wirtschaftsethik (DNWE) den „Preis für Unternehmensethik 2010“. Die Auszeichnung erhielt das Unternehmen für seine Bemühungen um eine nachhaltige Bewirtschaftung maritimer Ressourcen. Die Ristic AG stehe für eine ganzheitliche Ausrichtung ihrer unternehmerischen Kernkonzepte und habe neben den ökologischen auch die sozialen Aspekte des Wirtschaftens im Blick, betonte der DNWE-Vorsitzende Prof. Dr. Albert Löhr in seiner Laudatio. Die Ristic AG habe sich proaktiv mit den Herausforderungen schwindender maritimer Ressourcen auseinander gesetzt und sich dabei von politischen und bürokratischen Hemmnissen nicht einschüchtern lassen.

Die 1961 in Nürnberg gegründete und seit 1986 in Oberferrieden ansässige Ristic AG ist in Deutschland und im mittelamerikanischen Costa Rica mit insgesamt 250 Mitarbeitern tätig und will in diesem Jahr einen Umsatz von 50 Millionen Euro erzielen. Der im Import und Vertrieb von Meeresfrüchten tätige Mittelständler startete im Jahr 2002 in Costa Rica mit einer nachhaltigen Neuausrichtung seiner Garnelenbeschaffung. Dort lag damals der Garnelenfang am Boden, eine Überfischung hatte die Zahl der Tiere drastisch reduziert und die vorhandenen Fanglizenzen wurden nicht mehr genutzt. Am Anfang der Unternehmensinvestitionen in den Fischfang in Costa Rica stand die Kooperation mit der Wissenschaft, insbesondere mit dem Meeresbiologen Prof. Dr. Ingo Wehrtmann von der Universidad de Costa Rica. Das Forschungsprojekt zur Entwicklung von Standards für eine nachhaltige Nutzung der Garnelenbestände wurde öffentlich gefördert: Im Rahmen einer Public-Private-Partnership beteiligten sich das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und die Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG). Gemeinsam mit den Studenten der örtlichen Universität wurden die Fangmethoden einer kritischen Analyse unterzogen, und das mit konkreten Ergebnissen: So wurde für die Zeiträume, in denen die Garnelen-Weibchen ihre Eier legen, ein Fangverbot bei der Regierung angeregt. Die den Meeresboden aufwühlenden Scherbretter zur Netzbefestigung wurden durch Rollbretter ersetzt. Und eine Neukonstruktion der Fangnetzte bietet den Fischen Fluchtmöglichkeiten und reduziert so den Beifang deutlich.

In Costa Rica unterhält die Ristic AG auch eine Aquazucht von Garnelen. Dabei verzichtet sie auf den Einsatz von genetisch veränderten Organismen und Chemikalien sowie auf Antibiotika und hat dafür das „Friend oft he Sea“-Produktzertifikat erhalten. Hinzu kommen aktuell zwei neue sozial-ökologische Projekte, mit denen der Seafood-Spezialist sowohl Nachhaltigkeit garantieren als auch einen frühen Markteintritt erreichen will: die Aufzucht naturnaher Garnelen und die Aufforstung von Mangroven in Westindien. In dem „Lake-Shrimps“-Projekt fördert die Ristic AG mit Unterstützung der DEG eine naturnahe und ökologisch verträgliche Aufzucht von Süßwasser-Garnelen und stärkt – auch als Beitrag zur Armutsbekämpfung – die lokale Infrastruktur. Dass sich ein solches nachhaltiges Engagement nur mit einem überzeugten Team verwirklichen lässt, betonte Peter Ristic, der Aufsichtsratsvorsitzende der Ristic AG, bei der Preisvergabe.

Die Ristic AG ist der sechste Träger des seit 2000 alle zwei Jahre verliehenen DNWE-Preises für Unternehmensethik. Die Auszeichnung erhielten bereits die Otto Group (2000), die Initiative S.A.F.E. der PUMA AG (2002), die Faber-Castell AG (2004), die Novartis AG (2006) sowie die Business Social Compliance Initiative BSCI (2008). Preisstifter ist die von dem Kölner Verleger Dr. Hans-Martin Schmidt gegründete Apfelbaum-Stiftung.

Foto: Peter Ristik (li.), Aufsichtsratsvorsitzender der Ristic AG, mit Prof. Albert Löhr (Bild: CSR NEWS)

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