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Neue Medien und die Integration Behinderter – eine spannende Diskussion

Berlin > Welchen Einfluss hat die moderne Telekommunikation auf die gesellschaftliche Integration von Menschen mit Behinderungen? Zu dieser Frage diskutiert O2 derzeit auf der Plattform www.diskutiere.de. Zum Teil sehr ausführliche und detaillierte Kommentare zeigen, dass diese Diskussion Widerhall findet. In seinem Eingangsstatement betont O2: der Erfolg neuer Medien und die zunehmende Kommunikation über Handy und Internet sind für behinderte Menschen Hindernis und Chance zugleich. O2 stellt fest: moderne Medien entsprechen den speziellen Anforderungen behinderter Menschen oft nicht und können von ihnen nicht in vollem Umfang oder gar nicht genutzt werden. Aufgrund der hohen Bedeutung dieser Kommunikationswege führt dies zu verringerten gesellschaftlichen Teilnahmechancen und vergrößert die Kluft zwischen behinderten und nicht-behinderten Menschen. Eine anforderungs- und bedarfsgerechte Gestaltung neuer Medien ermögliche allerdings ganz im Gegenteil eine stärkere Teilnahme behinderter Menschen an der Informations-und Wissensgesellschaft: „Neue Medien können für Menschen mit Behinderungen also geradezu eine Brücke in die Mitte der Gesellschaft sein“.

O2 fragt die Besuchern der Diskussionsplattform danach, mit welchen Problemen Menschen mit Behinderungen in der Welt der neuen Medien konfrontiert sind, welche ökonomischen, akustischen und visuellen Lösungen eine barrierefreie Telekommunikation ermöglichen könnten und welche Beiträge Politik, Wissenschaft und Unternehmen dazu leisten sollten.

Im Diskussionsforum schreibt „Sportsfreund“ von seinen Erfahrungen an einer Sonderschule für geistig behinderte Menschen. In einer dort von ihm geleiteten Computer-AG geschah es zu schnell, dass Schüler unbeabsichtigt Programme installierten, einfach nur weil sie auf den O.K.-Button drücken. „Klaus“, ein sehbehinderter Jurist mit einer Sehkraft von 4 %, berichtet: Office-Programme und E-Mail lassen sich für ihn durch Vergrößerungssoftware gut nutzen. Anders ist das beim Internet, auf das er nur sehr selten zurückgreifen kann: die Vergrößerungssoftware hilft dort in vielen Bereichen nicht. Zudem fehlen Handys mit einem ausreichend großen Display, so dass auch sehbehinderte Menschen SMS nutzen könnten. „Cornelia“ verweist auf die Probleme, die gehörgeschädigte Menschen mit dem Internet haben: es fehlen Gebärdensprachenvideos und Filme beziehungsweise Videosstreams mit Untertiteln. Das Vorurteil „Gehörlose können doch alles lesen, für die ist das Internet schon barrierefrei genug“ treffe leider nicht zu. „Iris“ beschreibt die Probleme schwerhöriger Menschen mit Handys: die Einstellung „sehr laut“ sei auf die Bedürfnisse von gut hörenden Menschen ausgerichtet. Zudem fehle die Möglichkeit einer Tonhöhenverschiebung, durch die auch hochtonschwerhörige Menschen ein Handy nutzen könnten.

„Gebärdensprachdolmetscherin“ verweist darauf, dass Menschen am Tag viele Stunden telefonieren und so Freundschaften und Beziehungen pflegen. Gehörlose seien dabei außen vor. Das kann „Sandra“, selbst Gehörlose, nur bestätigen. Im 21 Jahrhundert dürfe es keine Ausreden gegeben, wenn es um die vollständige Integration gehörloser Menschen in die Kommunikation gehe. Bei Anrufen bei Hotlines der Telefonanbieter hat „Daniella“ erfahren, dass die Mitarbeiter der Telefongesellschaften die Bedürfnisse behinderter Menschen oft nicht verstehen und entsprechend nicht helfen können. „Marleen“ ist taub und berichtet davon, wie wichtig SMS für sie sind. Sie spricht sich für faire Preise aus und einen SMS-Tarif, der ohne Telefonie angeboten wird. Auch „Anne“ fordert eine SMS-Flatrate. „Karl“ ist blind und kann durch eine Sprachausgabesoftware auf seinem Handy die Vorzüge des mobilen Internets nutzen. Das ist für ihn als Berufspendler dann besonders wichtig, wenn er sich unterwegs Zugverbindungen heraussuchen, die Zeitung lesen oder E-Mails checken will. Auch er kritisiert, dass die Kommunikationscenter und mobilen Portale von Telefonanbietern nicht barrierefrei sind.

Die Diskussion zum Thema „Moderne Telekommunikation und die gesellschafte Integration von Menschen mit Behinderungen“ auf www.diskutiere.de ist spannend zu lesen und sehr lebensnah. Auch Kritik an den Angeboten von Telefónica O2 kommt zu Wort und wird nicht ignoriert. Deutlich wird: bis zur Barrierefreiheit in den neuen Medien ist es noch ein weiter Weg. Und was Barrierefreiheit im Alltag bedeutet, wissen behinderte Menschen am besten. Es wird spannend sein zu erfahren, welche Konsequenzen O2 aus dieser Diskussion zieht. Das Angebot das Diskussionsangebot ist noch etwa drei Tage zu erreichen. Entwickelt wurde www.diskutiere.de von UPJ auf Anregungen von Unternehmen im UPJ-Netzwerk und mit Unterstützung von Telefónica O2 Germany.