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LBBW-Nachhaltigkeitsbericht mit Verbesserungspotential

Stuttgart > „Wir erkunden neue Wege, auf denen wir unserer Verantwortung für Umwelt und Gesellschaft, Kunden und Mitarbeiter besser gerecht werden können“, heißt es auf den Nachhaltigkeitsseiten der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) im Internet. Einer dieser neuen Wege ist die Art der Nachhaltigkeitskommunikation: Die Nachhaltigkeitsberichterstattung geschieht online auf der Website nachhaltigkeit.lbbw.de.

Der webbasierte Nachhaltigkeitsbericht enthält viele Elemente einer Printversion: etwa das Vorwort des Finanzvorstandes Rudolf Zipf, zugleich für Corporate Sustainability zuständig, und den (gut mit den entsprechenden Kapiteln vernetzten) Index nach den aktuellen Richtlinien des GRI G3. Dieser Index eignet sich zugleich gut als Einstieg in den Bericht.

Positiv fallen die ausführlichen Darstellungen zum Nachhaltigkeitsmanagement und zur Nachhaltigkeitsstrategie auf. Die Abteilung Corporate Sustainability ist in die Verwaltungsabteilung integriert und besitzt so eine gute organisationsinterne Position für die Wahrnehmung von Querschnittsaufgaben. Themen wie die „Nachhaltigkeits-Leitplanken“ setzen beim Kerngeschäft an und schließen die Umweltverantwortung mit ein. Technisch werden sie komfortabel als html-Seite und als PDF angeboten. Auf eine übersichtliche Zusammenfassung der Leitplanken zum „Nachhaltigen Anlagegeschäft“ folgt bei einem weiteren Klick diese Erklärung im Wortlaut. Die LBBW hat inzwischen die „Principles for Responsible Investment“ (PRI) der Vereinten Nationen unterschrieben und will deren Indikatoren bei Anlageentscheidungen künftig verstärkt berücksichtigen. Ein Zeitrahmen dazu und eine quantifizierbare und verifizierbare Angabe fehlen allerdings.

Einen sehr knappen Raum nimmt dagegen die Beschreibung des Stakeholderdialogs ein. Außer dem Bekenntnis zur Bedeutung dieses Dialogs und dem Hinweis auf vier Veranstaltungen in den Jahren 2007 und 2008 findet sich hier wenig Substantielles. Die Darstellung erweckt den Eindruck, dass dieses Element gesellschaftlicher Verantwortung bei der LBBW nur eine geringe Bedeutung besitzt. Verstärkt wird dies dadurch, dass die sich bei einer Online-Präsentation des Nachhaltigkeitsberichts anbietenden Dialogelemente weitgehend fehlen. Wer sucht, findet jedoch die Seite mit den namentlich benannten Ansprechpartnern für das Thema Corporate Sustainability und den entsprechenden Kontaktinformationen.

Das Online-Format ist in dem Bericht nicht gängig durchgehalten: Wesentliche Informationen finden sich in der „Umwelterklärung“, die als PDF angeboten wird. Diese Umwelterklärung enthält zudem reichlich detaillierte und verifizierbare Zahlenangaben und auch den Bestätigungsvermerk einer Umweltgutachterorganisation. Vielleicht sollte die Bank ihren fachlich interessierten Lesern raten, dieses Dokument zuerst aufzurufen. Im Ergebnis ist der LBBW-Nachhaltigkeitsbericht ein Schritt in Richtung transparente Nachhaltigkeitsberichterstattung, wobei der nächsten Ausgabe mehr Mut zum Dialog und ein konsequent durchgehaltenes Format zu wünschen ist.

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