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ASC: Neues Siegel für nachhaltige Aquakultur vor dem Start

Bremen > Spätestens im kommenden Jahr wird es ein neues Logo im Lebensmittelhandel auf nachhaltige Herstellungsketten verweisen: Das ASC-Siegel für Fische aus einer nachhaltigen Aquakultur. Bisher gibt es bereits den MSC und sein Siegel, doch der Marine Stewardship Council wird Aquakulturen nicht zu seinem Thema machen, wie Carson Roper vom WWF im Gespräch mit CSR NEWS berichtete.

Etwa ein Drittel der weltweit gewonnenen Fische – 140 Millionen Tonnen jährlich – stammen heute aus Aquakulturen oder der Binnenfischerei, zwei Drittel werden in den Weltmeeren gefangen. Der Anteil der Aquakulturen an der Fischerzeugung soll bis zum Jahr 2020 auf über 40 Prozent steigen, sie gelten als das wachstumsstärkste Nahrungserzeugungssystem der Welt. Aquakulturen finden sich zu 87 Prozent in Asien (vor allem in China sowie z.B. in Korea, Japan, Vietnam, Thailand, Malaysia und Indonesien) sowie in Afrika (Südafrika und Ägypten), in den USA und Europa (Spanien, Frankreich, England, Dänemark und Norwegen). Angesichts der Überfischung mancher Fischbestände erscheinen die Aquakulturen als eine gute Alternative. Zudem schaffen sie zusätzliche Plätze in der Landwirtschaft in wirtschaftlich schwachen Regionen. Aber auch mit den Aquakulturen verbinden sich viele umweltbezogene und gesellschaftliche Herausforderungen:

So wird ein Drittel der in den Weltmeeren gefangenen Fische zu Fischmehl verarbeitet und in den Aquakulturen verfüttert. Die hohe Fischkonzentration in den Zuchtbecken, der Einsatz pharmazeutischer Produkte gegen Fischkrankheiten, der hohe Wasserverbrauch, die Beeinflussung der Umwelt durch aus der Aquakultur entkommene Fische und die Arbeitsbedingungen der in den Fischzuchten tätigen Menschen sind weitere Herausforderungen, denen sich der ASC stellen will.

ASC steht für Aquaculture Stewardship Council, eine unabhängige und gemeinnützige Organisation. Gegründet wurde sie vom World Wildlife Fund (WWF) und der niederländischen nachhaltigen Handelsorganisation IDH. Der WWF organisiert derzeit weltweit einen Dialog zu Aquakulturen, bei dem in einem konsensorientierten Multi-Stakeholder-Dialog Richtlinien für unterschiedliche Fischgruppen vereinbart werden. Bei über 2.000 Beteiligten, 68 Kriterien und acht Fischgruppen ist das ein langer Prozess. Für den Tilapia ist die Diskussion abgeschlossen und die Standards sind erarbeitet, der Pangasius wird demnächst folgen.

Der ASC widmet sich der Nachhaltigkeitskommunikation gegenüber dem Endverbraucher. Die Organisation ist gegründet, als Direktor amtiert Dr. Philip Smith. Ein zusätzliches Logo am Markt zu etablieren wird eine der zentralen Herausforderung des Gründungsdirektors sein.

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