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Casinos Austria: Nachhaltigkeit in einer umstrittenen Branche

Wien > Ein Verfahren vor dem Europäischen Gerichtshofes (EuGH) hat starken Einfluss auf das österreichische Glücksspielunternehmen Casinos Austria: Nach Überzeugung von EuGH-Generalanwalt Jan Mazak verstößt das österreichische Glücksspielgesetz mit seinem Monopol für österreichische Unternehmen gegen die europäische Niederlassungs- und Dienstleistungsfreiheit. Damit muss sich Casinos Austria bei der Ausschreibung seiner 2012 auslaufenden Lizenzen auf ausländische Konkurrenz einstellen – insbesondere aus Deutschland. Im eigenen Land will die Casinos Austria AG mit gesellschaftlicher Verantwortungsübernahme punkten und legt alle zwei Jahre einen Nachhaltigkeitsbericht vor. Bei der Lizenzvergabe dürfte gerade dieser Aspekt der Verbindlichkeit eines Glücksspielunternehmens gegenüber der Gesellschaft von besonderem Gewicht sein. Der aktuelle dritte Bericht von Casinos Austria umfasst die Jahre 2008 und 2009 und orientiert sich an den G3-Guidelines der Global Reporting Initiative. Bei den meisten Nachhaltigkeitsindizes sind Unternehmen der Glücksspielbranche ausgeschlossen. Wie nachhaltig kann ein solches Unternehmen sein?

Zunächst: Casinos Austria macht das Kerngeschäft zum Thema seiner Nachhaltigkeitsbemühungen. „Responsible Gaming“ heißt das Programm, mit dem der Betreiber von zwölf Spielbanken, Lotteriebetrieben und einer Internetplattform Verantwortungsbewusstsein für seine Kunden demonstrieren will. An der Gesellschaft ist unter anderen die Raiffeisen Gruppe beteiligt. Und das Unternehmen sucht den offenen Dialog mit seinen Stakeholdern. Dazu gehört die Mitgliedschaft bei RespACT, dem austrian business council for sustainable development.

Auf eine nachhaltige Ausübung seines Spielbetriebes zielt das Managementsystem von Casinos Austria. Dazu gehören Richtlinien zum Responsible Gaming, zur Korruption, zum Datenschutz, zur Kinderarbeit in der Zulieferkette und – in der Branche besonders wichtig – zur Bekämpfung der Geldwäsche. Über die Umsetzung der Richtlinien informiert Casinos Austria regelmäßig in Stakeholder-Dialogen; NGOs fehlen allerdings auf der Liste der im aktuellen Nachhaltigkeitsbericht verzeichneten Stakeholder.

Rund 2,5 Milliarden Euro betrug der Nettoumsatz (Spieleinsätze abzüglich Gewinne) des Gesamtunternehmens im Jahr 2008. Bei einem solchen Umsatz stellt sich die Frage nach der Glücksspielwerbung und deren verantwortungsvoller Gestaltung. Demnächst soll ein Code of Advertising für Casinos Austria implementiert werden, mit dem sich das Unternehmen einen verantwortungsvollen Maßstab zugrunde legen will.

Einen breiten Raum in dem Bericht nimmt das Thema „Responsible Gaming“ ein. Jährlich werden in den zwölf österreichischen Casinobetrieben 2,3 Millionen Gäste registriert. Das österreichische Glücksspielgesetz gibt für diese Kunden Spielerschutzmaßnahmen vor: Gibt das Spielverhalten eines Kunden Anlass zu der Befürchtung, dass Art und Umfang des Spieles mit den persönlichen und finanziellen Verhältnissen nicht harmonisieren, ist Casinos Austria zu einer Bonitätsprüfung verpflichtet. Fällt diese belastend aus, so folgt ein Beratungsgespräch. Gegen 9.492 Gäste wurden danach im Jahr 2008 Restriktionen verhängt; 639 Personen machten von der Möglichkeit einer Selbstsperrung Gebrauch. Im Rahmen einer proaktiven Gästepolitik wurden rund 3.000 weitere Gäste von Casinos Austria bis zur Klärung der Situation vom Spielbetrieb ausgeschlossen. Die Zahlen belegen: Spielsucht ist ein ernstzunehmendes Problem. Und: Casinos Austria beschönigt das nicht. Zu den Aktivitäten des Unternehmens in diesem Zusammenhang gehören auch ein im Internet angebotener Selbsttest (www.spiele-mit-verantwortung.at) sowie eine jährliche Fachtagung zum nachhaltigen Spielerschutz mit dem Titel „Responsible Gaming Academy“. In den Casions besteht weiterhin ein Bedarf an zum Thema „Spielen mit Verantwortung“ geschultem Personal. So werden die Schulungsmaßnahmen für eigene Mitarbeiter fortgesetzt.

In Bezug auf die gesellschaftliche Verantwortungsübernahme sticht das Engagement von Casinos Austria positiv hervor. Das soll auch so bleiben. „Die wichtigste Herausforderung aus meiner Sicht ist, die hohe Glaubwürdigkeit, die wir als Glücksspielunternehmen auf diesem Sektor genießen, zu bewahren und auszubauen. CSR wird bei uns seit Unternehmensgründung gelebt und war nie Mittel für irgendwelche Zwecke“, betonte Mag. Verena Proksch, die CSR-Beauftragte von Casinos Austria, gegenüber CSR NEWS und ergänzt: „Ich würde allerdings den verschiedenen Projekten und Maßnahmen einen roten Faden geben und vor allem MitarbeiterInnen mehr in verschiedene Projekte einbinden.“

Weitere Informationen im Internet:
www.casions.at
www.spiele-mit-verantwortung.at

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