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Hintergrundwissen zur humanitären Hilfe – Siemens Stiftung informiert auf der didacta

Köln > Mit der didacta findet noch bis zum Samstag in Köln Europas größte Bildungsmesse statt. Die Siemens Stiftung stellt dort erstmals ihr umfangreiches Bildungsprogramm einem breiten Fachpublikum vor. Besucher lernen unter anderem das Medienportal der Stiftung kennen: Lehrkräfte können auf der Online-Plattform über 1.800 deutsch- und englischsprachige Unterrichtsmaterialien zu naturwissenschaftlichen Themen abrufen. Dazu gehört das Medienpaket „Humanitäre Hilfe – Trinkwasserfilter im Einsatz“, das angesichts der Erdbebenkatastrophen in Haiti und Chile besondere Aktualität besitzt.

Mehr als 800 Millionen Menschen haben nur eingeschränkt Zugang zu der kostbaren Ressource Trinkwasser. In Entwicklungsländern führen Naturkatastrophen wie Erdbeben, Überschwemmungen und Wirbelstürme regelmäßig zu Verunreinigungen der Wasserquellen und ziehen in der Folge Durchfallerkrankungen und Seuchen nach sich. Deshalb liefert Siemens von Amerika aus unter anderem Wasseraufbereitungsanlagen nach Haiti.

Heute leiden etwa 5% der Weltbevölkerung an Wassermangel; im Jahr 2050 werden es über 16% sein. Das zeigt eine Diagrammkarte „Wassermangel und Wasserknappheit“, die zu dem im Medienportal angebotenen Material gehört. Eine „Mindmap Wassermangel“ weist natürliche Ursachen wie knappe Grundwasserressourcen und die Ausdehnung der Wüsten ebenso aus wie künstliche Ursachen: falsche Bodenbewirtschaftung oder Wasserverschwendung und andere. Und – unter den natürlichen Ursachen – den Klimawandel. Zugleich erfahren die Nutzer des Medienportals, was gegen natürliche und künstliche Ursachen getan werden kann: Aufforstungen, wassersparende Bewässerung und eine angepasste Pflanzenwahl etwa.

Vorgestellt wird auch der „SkyHydrant“. Die mobile Filteranlage kommt in Ländern wie Kenia zum Einsatz, wo ein erstes Pilotprojekt 2006 startete. Der SkyHydrant treibt in einem höher gelegenen Tank gesammeltes Wasser unter Nutzung der Schwerkraft durch einen Membranfilter. Einfache Rückspülvorgänge halten die Filteranlage rein. Die Geräte brauchen einen Verantwortlichen, der sie pflegt, manchmal auch ein örtliches Komitee. Community Development gehört deshalb zur Installation der Wasseraufbereitungsanlagen dazu. Der SkyHydrant ist eine zuverlässige und kostengünstige Methode der Trinkwasseraufbereitung. Für Entwicklung und Vertrieb der Anlage kooperieren Siemens Water Technologies und die australische SkyJuice Foundation. Siemens liefert dabei die Niederdruck-Membrantechnologie. Auch über verschiedene Membranfiltrationsverfahren und ihre Wirkungen steht Unterrichtsmaterial im Siemens Medienportal zur Verfügung.

Bei Projekten wie dem SkyHydranten kooperiert die Siemens Stiftung mit externen Partnern und nutzt Synergien. Ein langfristiges und detailliertes Monitoring begleitet die Projekte und nimmt insbesondere Fragen der kulturellen Integration in den Blick. So fließen technisches und entwicklungspolitisches Wissen anwendungsbezogen zusammen. Und weil es um die Nachhaltigkeit von Projekten geht, spielen das Thema „social business“ und betriebswirtschaftliche Fragen für die Siemens Stiftung gleichfalls eine Rolle.

Diese Vielseitigkeit spiegelt sich in den Angeboten auf dem Medienportal wider. Die Themen sind dort übersichtlich gegliedert und präsentiert, in gängigen Dateiformaten abgespeichert und schnell heruntergeladen. Zusammenfassungen erleichtern die Orientierung. Beim Aufbau des Medienportals hat die Siemens Stiftung zunächst Lehrpläne analysiert und gefragt: Was wird gebraucht? Und was davon ist bereits vorhanden? Material beigesteuert haben schließlich auch das DRK, die UNICEF und andere.

„Mit dem Medienpaket ‚Humanitäre Hilfe – Trinkwasserfilter im Einsatz‘ gibt die Stiftung ihr gewonnenes Wissen weiter, um bereits bei Jugendlichen das Bewusstsein für die Notwendigkeit des Handelns zu schaffen“, sagt Christine Weyrich, Projektmanagerin bei der Siemens Stiftung. In dieser Handlungsorientierung und in der vielseitigen und praxisnahen Wissensvermittlung liegt eine Stärke des Medienpaketes.

Das Medienportal der Siemens Stiftung:
www.siemens-stiftung.org/medienportal

Foto: Mark Lewis / Siemens Stiftung