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PPP in Afrika – UNESCO bietet Unterstützung

Bonn > Das Kürzel UNESCO steht für „United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization“ und für eine Besonderheit: Die UN-Mitgliedstaaten sind verpflichtet, nationale Kommissionen aufzubauen, die ihre regionale Expertise in die UNESCO einbringen. Die Deutsche UNESCO-Kommission e.V. ist damit wie über 190 weitere Nationalkommissionen eine Schnittstelle zwischen Regierungen, Zivilgesellschaft und – seit etwa vier Jahren – Unternehmen:

Kernaufgabe der UNESCO-Kommission ist die Kommunikation im politischen Bereich. Aktuelle Themenstellungen wie Bildung und Biodiversität besitzen aber auch eine hohe öffentliche Aufmerksamkeit. Bei der öffentlichen Kommunikation dieser Themen und der Umsetzung von Programmen setzt die UNESCO verstärkt auf Unternehmenskooperationen. Der mit 35 Mitarbeitern tätige deutsche Verein wird überwiegend aus Mitteln des Auswärtigen Amtes finanziert. Das gibt eine starke und unabhängige Position, berichtet Dr. Stefan Rennicke im Gespräch mit CSR NEWS. Rennicke leitet den Fachbereich Public Private Partnership (PPP) und kann bereits auf einige erfolgreiche Kooperationen zurückblicken:

Dazu zählt die mit der BASF an deren Stammsitz Ludwigshafen und später im gesamten Gebiet Rhein-Neckar verwirklichte „Offensive Bildung“, die auf eine Förderung der frühkindlichen Bildung, auf die Vermittlung zusätzlicher Qualifikationen in den Bereichen Sprache und Naturwissenschaft und auf die Fortbildung von Erzieherinnen zielte. Die UNESCO brachte ihre Bildungsexpertise in das gemeinsame Projekt ein. Und die BASF stellt sich damit der Herausforderung, am Unternehmensstandort auch zukünftig geeigneten Mitarbeiternachwuchs finden zu können. Weitere gelungene Beispiele für solche Partnerschaften sind das mit Danone Waters Deutschland umgesetzte Programm „Der Mensch und die Biosphäre“, der mit dm-drogerie markt veranstaltete Jugendwettbewerb „Sei ein Futurist“ oder das von L’Oréal Deutschland finanzierte Programm für deutsche Nachwuchswissenschaftlerinnen mit Kindern. Neu ist das Förderprogramm des deutschen Pharma- und Chemieunternehmen Merck für das südafrikanische Biosphärenreservat „Kruger to Canyons“, mit dem Wissen um traditionelle Heilpflanzen geschützt und für die Menschen in der Region genutzt werden soll.

In dem Merck-Projekt verbinden sich die beiden unterschiedlichen Aufgabenbereiche von Rennicke, der neben den PPPs für die Zusammenarbeit mit afrikanischen UNESCO-Nationalkommissionen verantwortlich zeichnet. Diese existieren heute teilweise als eine mit zwei bis fünf Mitarbeitern ausgestattete Abteilung im Bildungsministerium und sollen in ihrer Eigenständigkeit gefördert werden. Schwerpunktregionen des deutschen Engagements sind dabei Mali, Lesoto, Madagaskar, Namibia und Ruanda.

Unternehmen für ein PPP-Engagement in Afrika zu finden ist nicht einfach, weiß Rennicke. Doch werden solche Unternehmenspartnerschaften dringend gebraucht – insbesondere im Bereich Bildung. Im Vordergrund steht dabei die berufliche Bildung, hat Rennicke aktuell in der Begegnung mit Gesprächspartnern aus dem westafrikanischen Liberia erfahren. Auf diesem Gebiet haben deutsche Unternehmen viel zu bieten – das deutsche duale System sucht weltweit seines Gleichen.

Ein gutes Beispiel für unternehmerisches Engagement in Afrika ist die „Cisco Networking Academy“ in der ugandischen Hauptstadt Kampala, die mit großem Erfolg insbesondere junge Frauen zu Netzwerk-Administratoren ausbildet. Wenn sich die Augen der Weltöffentlichkeit in den nächsten Wochen während der Fußballweltmeisterschaft nach Afrika richten, bleibt zu hoffen, dass die Menschen dort dauerhaft von dieser Aufmerksamkeit profitieren. An einer Public Private Partnership in Afrika interessierten Unternehmen bietet sich die UNESCO jedenfalls als renommierter Partner an.

Weitere Informationen im Internet:
www.unesco.de/ppp.html

Foto: Grundschule in Monrovia (Glenna Gordon – UNESCO)

Kommentar

  • Finde ich gut, dass wieder Engagement von der UNESCO gezeigt wird.
    Allgemein sehr schade, dass sehr viele sich keinen Gedanken darüber machen und jeder sagt, dass es ihm schlecht ginge. Und das bei dem was wir vergleichsweise hier haben.

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