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CSR und gesamtgesellschaftliche Verantwortung – der Aspirin Sozialpreis

Leverkusen > Am 7. Juni wird erstmals der Aspirin Sozialpreis vergeben. 146 Initiativen aus ganz Deutschland haben sich um diesen Preis beworben, mit dem die Bayer Cares Foundation gemeinnützige Sozialprojekte im Gesundheitsbereich auszeichnet. Die mit insgesamt 30.000 Euro dotierten drei ersten Preise werden unter den 10 Finalisten von einem unabhängigen Stiftungsrat vergeben, dessen Vorsitzender Prof. Dr. André Habisch ist. Habisch lehrt Christliche Sozialethik und Gesellschaftspolitik an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Mit ihm sprach CSR NEWS über den Aspirin Sozialpreis und das Verhältnis von gesellschaftlichem Unternehmensengagement und gesamtgesellschaftlicher Verantwortung.

CSR NEWS: Herr Prof. Habisch, würden Sie den Aspirin Sozialpreis dem Bereich der unternehmerischen Philanthropie oder der Corporate Social Responsibility zuordnen?

Prof. Dr. André Habisch: CSR ist ein übergeordneter Begriff und umfasst Themen mit Bezug zum Kerngeschäft, zu Mitarbeitern oder zur Umwelt. Unternehmen engagieren sich dabei unmittelbar oder über Unternehmensstiftungen. Hinter dem Aspirin Sozialpreis steht die Bayer Cares Foundation. Der Preis leistet einen Beitrag zur Stärkung und Professionalisierung zivilgesellschaftlichen Engagements – und das in einem Themengebiet mit unmittelbarem Bezug zum Bayer-Kerngeschäft: In der medikamentösen Behandlung von Krankheiten haben wir viele Fortschritte erreicht, jedoch finden manche psychischen und sozialen Ursachen und Krankheitsfolgen weniger Beachtung. Der Preis fördert Initiativen, die gerade auf diesem Gebiet Wesentliches leisten.

CSR NEWS: Wenn sich Defizite in der Gesundheitsversorgung abzeichnen, ist dann nicht eher der Staat gefragt, der sich angesichts knapper Kassen derzeit aus vielen Bereichen sozialstaatlicher Verantwortung zurückziehen möchte?

Habisch: Auf keinen Fall darf ein Engagement wie das der Bayer Cares Foundation zu einem Feigenblatt für Sozialabbau werden. Das haben wir zu Anfang der Jurysitzungen ganz klar gesagt, und darauf achten auch die in unserer Jury vertretenen Wohlfahrtsverbände. Die Bürgergesellschaft kann sozialstaatliche Aufgaben nicht übernehmen, sie wäre damit gnadenlos überfordert. Aber die Bürgergesellschaft kann mit ihren Projekten so etwas wie ein Impulsgeber oder ein Pfadfinder sein und neue Wege zur Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen aufzeigen. Und daran können dann wiederum Unternehmen als wichtige Kooperationspartner mitwirken. Für unsere Gesellschaft geht es grundlegend darum, dass staatliches, bürgerschaftliches und unternehmerisches Engagement gut vernetzt funktionieren und zivilgesellschaftliche Impulse eine Rückkopplung im Sozialsystem finden. Deshalb rückt der Aspirin Sozialpreis ins Licht, wo etwas Innovatives geschieht und wo Herausforderungen liegen bleiben.

CSR NEWS: Was ist Ihnen als Vorsitzender der Jury bei der Sichtung der Projekte besonders ins Auge gesprungen?

Habisch: Das ist nicht leicht zu sagen. Auf jeden Fall sind es die ungeheure Breite des Engagements und der starke Einsatz vieler Einzelner. Wir haben ganz unterschiedliche Gruppen und Projekte und sehr verschiedene Engagementformen kennengelernt. Die Bewertung, was dabei das Beste ist, fällt nicht leicht. Es stecken viele innovative Ideen und ein hohes Lernpotential in den Projekten, die sich für den Aspirin Sozialpreis beworben haben.

CSR NEWS: Vielen Dank für das Gespräch!

Bereits in diesem Jahr wird die Bewerbungsrunde für den Aspirin Sozialpreis 2011 starten.

Weitere Informationen im Internet:
www.Aspirin-Sozialpreis.de

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