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CSR auf der Straße: Nachhaltigkeit in Krisenzeiten

Göteborg > Die Automobilindustrie steht im Spannungsfeld zwischen einem insbesondere in Schwellenländern wachsenden Bedürfnis nach individueller Mobilität und immer sichtbareren ökologischen und sozialen Folgen dieser Mobilität. Nun ist in der Branche der Wettlauf um die effizientesten und saubersten Antriebe in vollem Gang. oekom research hat 15 der weltweit größten börsennotierten Automobilunternehmen in Bezug auf ihre soziale und ökologische Verantwortung untersucht. In dem Rating schnitt Renault als bestes Unternehmen mit der Note B ab, gefolgt von der BMW Group (ebenfalls mit B) und PSA Peugeot Citroen (mit B-).

Bei den Automobilunternehmen habe die Transparenz in Bezug auf den Flottenverbrauch zwar zugenommen, insgesamt mangele es aber an weltweiten Daten dazu. Zudem fehle es an ambitionierten langfristigen Zielen zur Senkung der CO2-Emissionen. Mit einer Senkung der CO2-Emissionen um mindestens 25 % bis zum Jahr 2020 habe sich in Deutschland die BMW Group die ambitioniertesten Ziele gesetzt. Gegenüber den hohen Arbeitsstandards in den Automobilunternehmen selbst sieht oekom research deutlichen Handlungsbedarf bei deren Zulieferern. Diese Herausforderung sei von europäischen Unternehmen erkannt worden, bei Japanern und Koreanern zeigten sich hier Mängel.

Einen zentralen Aspekt der Unternehmensverantwortung in der Wirtschaftskrise beschreibt der Nutzfahrzeughersteller Volvo in seinem soeben vorgelegten Nachhaltigkeitsbericht für das Jahr 2009: Angesichts der Krise musste Volvo seit Mitte 2008 insgesamt 18.000 Mitarbeiter entlassen – ein sehr schmerzhafter Prozess, wie CEO Leif Johansson in seinem Vorwort schreibt. Und ein Prozess, der hohe Management- und Kommunikationsfähigkeiten verlangt. Zuhören zu können, die Fragen der Belegschaft ernst zu nehmen und zu beantworten und verfügbare Informationen sofort weiterzugeben, seien dabei wichtig gewesen.

Volvo produziert in 19 Ländern. Die Zahl der verkauften Lastwagen ging von 251.151 im Jahr 2008 auf 127.681 im Jahr 2009 zurück. Die Zahl der Mitarbeiter sank innerhalb eines Jahres um etwa 10 % auf 90.208 Mitarbeiter in 2009. Dabei hat sich Volvo zum Ziel gesetzt, gerade die kreativsten Köpfe der Branche anzuziehen. Jedes Jahr werden die Arbeitszufriedenheit und die Erfahrungen der Belegschaft in ihrem Unternehmen in einem Volvo Group Attitude Survey (VGAS) erfasst. Aus einigen Kernfragen der Erhebung wird dann die Arbeitszufriedenheit mit einem Employee Satisfaction Index (ESI) gemessen. An der Umfrage beteiligten sich auch im Krisenjahr 2009 beachtliche 94 % der Mitarbeiter und mit einer Zufriedenheitsquote von etwa 85 % blieb das Ergebnis gegenüber den Vorjahren stabil. 81 % der Mitarbeiter fühlten sich von ihren Vorgesetzten respektvoll behandelt und 73 % auch gut informiert. Immerhin 66 % beschrieben ihr Team als frei von belastenden Konflikten und 83 % sind überzeugt, dass ihr Unternehmen die eigenen Umweltstandards auch tatsächlich befolgt.

Volvo bezeichnet die Fortbildung seiner Mitarbeiter als ein Kernanliegen des Unternehmens und führt Gesundheitsprogramme durch, die aktuelle Kernherausforderungen wie die psychische und soziale Situation der Arbeitnehmer berücksichtigen: So bietet das „Employee Assistance Program“ Unterstützung bei hohen emotionalen Anforderungen im Beruf ebenso wie bei persönlichen Lebensproblemen wie Depressionen, Ehekrisen oder Sucht.

Der Bericht sowie ergänzende Informationen stehen in englischer Sprache im Internet zur Verfügung:
www.volvogroup.com/responsibility