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Telefónica O2 Germany startet Angebote für Hörgeschädigte

München > Nach einigen Monaten der Vorbereitung – u.a. durch Diskussionen im Internet – startet Telefónica O2 Germany am 12. Mai mit einem Service-Konzept hörbehinderte und gehörlose Menschen. Entwickelt wurde das Konzept im Dialog mit dem Deutschen Gehörlosen-Bund. Wer diesem Verband oder dem Deutschen Schwerhörigenbund angehört oder aufgrund seiner Hörbehinderung einen Schwerbehindertenausweis vorlegen kann, erhält auf den O2-Tarif 0 einen 15-prozentigen Rabatt. Der Tarif wurde ausgewählt, weil er ohne Grundgebühr für hörbehinderte Menschen besonders interessant ist: Wer das Telefon vorwiegend für SMS oder Internetdienste in Anspruch nimmt, muss nicht für ungenutzte Telefongespräche zahlen.

Zudem bietet O2 einen Online-Shop speziell für Menschen mit Hörbehinderungen an (www.o2.de/hoergeschaedigte), auf den auch das Internetportal des Deutschen Gehörlosen-Bundes verlinkt. Dort stehen unter anderem Videos in Gebärdensprache und eine Chat-Hotline zur Verfügung. Die Mitarbeiter in den O2-Shops wurden auf die Beratung von Menschen aus dieser Zielgruppe vorbereitet und in einer Testphase wird an jedem Donnerstagnachmittag eine Gebärdendolmetscherin im Münchener Flagship-Store die Beratung Hörgeschädiger unterstützen.

Als nächstes wird O2 seine Internetportale mit Unterstützung der Stiftung Pfennigparade auf Barrierefreiheit untersuchen. Ein weiterer wichtiger Schritt soll im letzten Quartal dieses Jahres folgen: Dann wird VerbaVoice an den Start gehen, ein vom Verein Social Affairs mit Unterstützung von O2 entwickelter Dienst. VerbaVoice übersetzt Sprache – etwa den Vortrag eines Lehrers – in Schrift und gibt diese auf einen Laptop oder ein Mobilfunkgerät aus. So können hörgeschädigte Menschen ortsunabhängig komplexen Vorträgen folgen. Derzeit sitzt am Backend von VerbaVoice noch ein Menschen, der das Gehörte nachspricht und dessen Stimme dann von einer Spracherkennungssoftware erfasst und ausgegeben wird. Demnächst soll die Spracherkennung mit unterschiedlichen Stimmen vollautomatisch laufen. O2 stellt einen Mitarbeiter zur Verfügung, der den Entwicklungsprozess mit seiner Expertise fördert.

Etwa 300.000 Menschen leiden unter einer Hörschädigung – mit dem zunehmenden Altern unserer Gesellschaft steigt diese Zahl kontinuierlich. Die Kooperation mit den Verbänden der Betroffenen ist für O2 sehr wichtig. So habe das Unternehmen die Situation der gehörgeschädigten Menschen kennen und besser verstehen gelernt, sagt Pressesprecher Dr. Roland Kuntze. „Wir haben jetzt eine Türe aufgestoßen, und da wird noch manche Initiative folgen.“

Foto: Gebärdensprachendolmetscherin vor Bildschirm des Pilotprojekts VerbaVoice – O2 ist Kooperationspartner [Stefan Heigl / Telefónica O2 Germany]