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Alle Seiten sollen profitieren: schweizerischer Mittelständler R&M legt ersten CSR-Bericht vor

Wetzikon > Für ein in 30 Ländern vertretenes mittelständisches Unternehmen ist Innovationskraft ein zukunftsentscheidender Faktor. Die schweizerische Reichle & De-Massari AG (R&M) ist zudem in einer von schnellem technischem Wandel geprägten Branche tätig: der Herstellung passiver Verkabelungslösungen für hochwertige Kommunikationsnetze. Das 1964 gegründete Familienunternehmen investiert deshalb in seine 600 Mitarbeiter – und berichtet darüber in einem ersten Corporate Social Responsibility-Bericht.

„Das Ziel ist, einen Betrieb zu schaffen, von dem alle Seiten profitieren“, sagt CEO Martin Reichle. R&M will innerhalb seiner Branche zu den CSR-Pionieren gehören und dokumentiert die Verantwortungsübernahme für Mitarbeiter und Gesellschaft in diesem Bericht. Das Engagement zu verschiedenen CSR-Themenfeldern wird teilweise mit Zahlen hinterlegt – etwa bei der Ausbildungsquote: Diese stieg von 4 Prozent im Jahr 2008 auf 6,5 Prozent im Jahr 2009 und voraussichtlich auf 8 Prozent in diesem Jahr. Damit liegt bei R&M der Anteil der Lehrlinge am Gesamtpersonalbestand deutlich über dem gesamtschweizerischen Durchschnitt von 5,7 Prozent.

Ausführlich stellt der Bericht die mitarbeiterbezogenen Maßnahmen von R&M vor. Dazu gehören Präventionsprogramme und Kurz-Workshops zu den Themen Bewegung, Entspannung und Ernährung, ein vergünstigter Massage-Service, die Bereitstellung von Frischwasser sowie regionalen und saisonalen Früchten und die fachliche und persönliche Weiterbildung in einer eigenen R&M Academy. Dieses Engagement lohnt sich aus betriebswirtschaftlicher Perspektive: Die krankheitsbedingten Fehlzeiten sanken kontinuierlich auf 1,7 Prozent im vergangenen Jahr. Auch der erwartete Erfolg einer weiteren geplanten gesundheitsfördernden Maßnahme lässt sich in Zahlen ausdrücken: Sitzungsräume in einem Neubau werden mit Stehtischen ausgestattet, was die Effektivität der Meetings steigern und deren Dauer um 30 Prozent verringern wird. R&M nimmt jährlich am „cash Arbeitgeber Award“ teil und nutzt diesen Benchmark, um eigene Programme zu evaluieren, an die Belegschaft zu kommunizieren und hinsichtlich der Zielerreichung zu überprüfen. Es wäre interessant, dazu im CSR-Bericht detailliertere Angaben zu finden.

Der Bericht beschreibt ausführlich Umweltthemen – insbesondere das Engagement von R&M zur CO2-Reduktion – sowie Management-Initiativen zur Nachhaltigkeit und das Engagement am Unternehmensstandort. An wen richtet sich der CSR-Bericht eines Unternehmens, das sich zu 100 Prozent in Familienbesitz befindet? Offensichtlich nicht an Investoren. Eine aufmerksame Leserschaft wird das Dokument unter den R&M-Mitarbeitern finden. „Erfolge feiern wir gemeinsam und Herausforderungen meistern wir im Team“, heißt es in dem Text. Ein Versprechen der Unternehmensleitung, das die Belegschaft im Unternehmensalltag einfordern wird. Der externe Leser lernt in dem Bericht die kreative Verantwortungsübernahme eines weltweit tätigen mittelständischen Unternehmens kennen. Ein guter Start in die CSR-Berichterstattung, der sich durch die Kommunikation CSR-relevanter Indikatoren und deren Entwicklung in den Folgejahren weiter ausbauen ließe.

Der CSR-Bericht von R&M als PDF im Internet:
http://www.rdm.com/de/Portaldata/1/Resources/hq/downloads_d_e/unternehmen_d_e/deutsch/CSR_Report_D_2010-04.pdf

Foto: R&M bekennt sich zu einem nachhaltig orientierten Personalmanagement.

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