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Fairfood International: Kampagnen und Dialog auch in Deutschland

Berlin > Die Lebensmittelbranche zählt zu den Bereichen des Einzelhandels, in denen sich Kampagnenorganisationen eine hohe Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit sichern können. Das beweist derzeit die Greenpeace-Kampagne zum Schokoriegel Kitkat. Seit dem vergangenen Jahr ist eine andere internationale Kampagnen- und Lobbyorganisation in Deutschland ansässig, die bisher nicht so in die Öffentlichkeit trat: Fairfood International eröffnete im Jahr 2009 Büros und in London. In Berlin sind es derzeit zwei festangestellte Mitarbeiter, am Stammsitz der 2001 gegründeten Organisation in Amsterdam sind es etwa 30. Hinzu kommt ein Netzwerk freier Mitarbeiter. Fairfood will die Lebensmittel- und Getränkeindustrie dazu anregt, nachhaltiger hergestellte Produkte zu vermarkten, und so gegen Hunger und Armut eintreten. Fairfood steht nach eigenen Angaben mit mehr als 1.300 Unternehmen in über 60 Ländern weltweit in Kontakt.

Als Kampagnenorganisation will Fairfood nahrungsmittelbezogene Themen in die Öffentlichkeit lancieren und so Druck in Richtung auf mehr Transparenz und gelebte Corporate Social Responsibility ausüben. So knüpft die Kampagne „The world on your plate“ an die Millennium Development Goals an. Eine Soja-Kampagne richtet sich gegen den Raubbau an Regenwäldern und Savannenlandschaften. Während sich diese beiden Kampagnen an Themen orientieren und sich nicht gezielt an Unternehmen richten, liegt die Hauptarbeit Fairfoods darin, in Zusammenarbeit mit Unternehmen konkrete Veränderungen in der Produktion von Lebensmitteln zu bewirken.

Fairfood sucht den Dialog mit der Wirtschaft und ist offen für Kooperationen. Die NGO arbeitet auf Produktbasis und schafft Transparenz. Eine eigene Nachhaltigkeitsagenda greift auf internationale Normen zurück und soll die Unabhängigkeit der NGO sichern. Fairfood kann sich gut vorstellen, die CSR-Verantwortlichen von kleinen und mittleren Unternehmen zu unterstützen. In Deutschland ist die Dialogkultur zwischen NGOs und Unternehmen jedoch ungleich weniger entwickelt als in den Niederlanden und dem Vereinigten Königreich.

Ein eigenes Label will Fairfood nicht entwickeln. Da gibt es nach Überzeugung der NGO bereits genug, der Labelmarkt muss sich konsolidieren.

Weitere Informationen im Internet:
www.fairfood.org/de/start/

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