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Ethikbank kritisiert Kirchentag

Eisenberg > Während sich die Kirchentagspräsidenten Eckhard Nagel (evangelisch) und Alois Glück (katholisch) zufrieden mit dem in der vergangenen Woche in München veranstalteten ökumenischen Kirchentag zeigen, kommt von der EthikBank Kritik. „Statt friedvoller Eintracht hätten sich kritische Christen jedoch ein Donnergrollen gewünscht – einen Aufschrei der Kirchen in die säkulare Welt hinaus, den Sumpf in Wirtschaft und Politik und die Kapriolen am Finanzmarkt an den Pranger stellend. Stattdessen überließen die Würdenträger das Feld den Politikern als Schaubühne“, heißt es in dem am Dienstag veröffentlichten Newsletter der EthikBank, einer Zweigniederlassung der Volksbank Eisenberg eG. Die Bank war an einer Diskussionsrunde von Publik-Forum, der Zeitschrift für kritische Christen, beteiligt – und diese Veranstaltung wurde nach Angabe der EthikBank aus dem offiziellen Programm des Kirchentages ausgeschlossen – weil zu systemkritisch. In der Diskussionsrunde fordert die EthikBank eine geordnete Insolvenz für Griechenland. Die Bank erwartet die längst überfällige Einführung der Finanztransaktionssteuer in diesen Tagen, denn damit könne Spekulanten das Handwerk gelegt werden. „Wobei wir nicht übersehen dürfen, dass sich die Spekulanten nicht nur im Finanzmarkt tummeln, sondern auch in den Regierungen“, heißt es in der Veröffentlichung.