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zfwu Heft 10/3 (2009) erschienen: „Kritische Perspektiven der Wirtschaftsethik“

In diesem Jahr 2009 feiern wir zwei runde Geburtstage: Ein Unternehmensethiker der „ersten Stunde“, Horst Steinmann, beging seinen 75sten Geburtstag und die zfwu beschließt mit dieser Ausgabe ihren 10. Jahrgang. In der ersten Ausgabe im April 2000 hat Horst Steinmann, seinerzeit als Vorsitzender des Deutschen Netzwerk Wirtschaftsethik (dnwe), ein engagiertes und uns als Herausgeber motivierendes Geleitwort verfasst und damit die Gründung der zfwu unterstützt.

Horst Steinmann sieht im Frieden das höchste Ziel der politischen Praxis. Die Entwicklung von konsensfähigen Strategien steht im Zentrum seiner Unternehmensethik. Sie umfasst ihm zufolge „(…) alle durch dialogische Verständigung mit den Betroffenen begründeten bzw. begründbaren materialen und prozessualen Normen, die von einer Unternehmung zum Zwecke der Selbstbindung verbindlich in Kraft gesetzt werden, um die konfliktrelevanten Auswirkungen des Gewinnprinzips bei der Steuerung der konkreten Unternehmensaktivitäten zu begrenzen“ (so zu lesen in dem Buch Steinmann/Löhr 1991: Unternehmensethik, Stuttgart: Poeschel, 10). Unter der Annahme einer „Richtigkeitsvermutung“ wird das Gewinnziel zunächst akzeptiert. Steinmanns Dialogethik wird daher oft als korrektive Wirtschaftsethik interpretiert, weil Ethik als Ausnahmefall korrigierend ökonomische Gewinnorientierung einschränkt. Es gilt ein Primat der Ethik über die Ökonomik. Seit den 1990er Jahren folgte dann eine Differenzierung der Wirtschafts- und Unternehmensethik in zwei Lager, eine Art „Schulenstreit“ zwischen den Positionen von Peter Ulrich und Karl Homann. Der Steinmann-Schule wird hier oft eine Vermittlerrolle bzw. eine Mittelposition zugeschrieben.

(hrsg. von Alexander Brink und Olaf J. Schumann)

Link zur Ausgabe auf www.zfwu.de.

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