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Balance: Lufthansa legt Nachhaltigkeitsbericht vor

Frankfurt > Für den Vorstandsvorsitzenden der Deutsche Lufthansa AG ist das Flottenerneuerungsprogramm mit den Nachhaltigkeitszielen seines Unternehmens identisch. Das betont Wolfgang Mayrhuber in seinem Vorwort zu Balance, dem soeben aktuell erschienenen Nachhaltigkeitsbericht der Lufthansa. Begründungen für diese Gleichsetzung finden sich im Text: Den Kerosinverbrauch pro 100 Passagierkilometer konnte die Airlines im vergangenen Jahr auf 4,30 Liter senken; im Vorjahr lag er um 0,04 Liter höher. Bis zum Jahr 2020 will die Lufthansa den CO2-Ausstoß ihrer Flugzeuge um 25 Prozent gegenüber 2006 reduzieren, also weniger Kerosin verbrauchen. Durch die Verbrennung von einer Tonne Kerosin entstehen 3,15 Tonnen CO2. Die Verbesserungen im Kerosinverbrauch erreicht die Lufthansa durch den Einsatz modernerer und größerer Flugzeuge wie dem Airbus A380 und der Boeing 747-8 Intercontinental. Diese Maschinen verursachen zugleich etwa 30 Prozent weniger Fluglärm als ihre Vorgänger. Übrigens: Kurzstrecken belasten die Umwelt besonders, hier ist der Kerosinverbrauch pro Passagierkilometer etwa doppelt so hoch wie bei Mittel- und Langstrecken.

Einen besonderen Stellenwert im Nachhaltigkeitsmanagement nimmt die Mitarbeiterorientierung ein. In der Organisationsstruktur wird dies dadurch unterstrichen, dass neben dem Umweltmanagement das Human Resources Management für die Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele verantwortlich zeichnet. Über die Entwicklungen im HR-Management berichtet Balance detailliert und mit Zahlenangaben, während an anderen Stellen des Berichtes ein Mehr an hard facts wünschenswert erscheint. Dabei werden auch kritische Größen benannt. So beträgt der Anteil der Frauen unter den Führungskräften 14,7 Prozent – angesichts eines Frauenanteils von 45,1 Prozent an der Gesamtbelegschaft ein offensichtlich verbesserungsfähiger Wert. Der Anteil der Frauen unter den Piloten beträgt 4,7 Prozent. Vorbildlich erscheint die berufliche Integration behinderter Menschen bei der Lufthansa: Ihr Anteil macht 3,4 Prozent an der deutschen Belegschaft aus. Der Konzern beschäftigte 2009 weltweit 117.521 Mitarbeiter, davon auch nach internationalen Zukäufen über die Hälfte in Deutschland. Einmal im Jahr stellt der Konzern bei einem Integrationstag Jugendlichen mit Behinderungen berufliche Perspektiven vor. Die Luftfahrt leidet besonders unter wirtschaftlichen Schwankungen – mit allen Auswirkungen auf die Personalstruktur. Das Vermittlungssystem „JobChange“ belebt den unternehmensinternen Arbeitsmarkt und erleichtert die Vermittlung auf unternehmensinterne, adäquate Arbeitsplätze. Im vergangenen Jahr konnte die Lufthansa trotzdem nicht auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten.

Balance vermittelt insgesamt einen guten Überblick zum Nachhaltigkeitsengagement der Lufthansa, allerdings mehr beschreibend. Der Bericht ist nicht durchgehend mit belastbarem Zahlenmaterial versehen und folgt keinem Berichtsstandard. An manchen Stellen wird sich der Leser weitere und konkretere Informationen wünschen, etwa zum Bereich Stakeholderdialog – und hier insbesondere zum Dialog mit Nachbarn und NGOs. Wer Balance liest, versteht die nachhaltigen Herausforderungen der Luftfahrt besser und erfährt, wie die Lufthansa diesen Herausforderungen begegnen will.

Der Nachhaltigkeitsbericht der Lufthansa und ergänzende Informationen im Internet:
www.lufthansa.com/verantwortung

Foto: Lufthansa Boeing B 707 (D-ABOG) und eine Boeing B 727 im Flug um 1961