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Myllykoski: Print braucht ein Mehr an Nachhaltigkeitskooperation

Augsburg > Drei Millionen Tonnen Papier erzeugen die sieben Papierwerke des finnischen Myllykoski-Konzerns jährlich. Der Familienkonzern mit seinen 2.700 Mitarbeitern hat seine Wurzeln in Finnland im Jahr 1892 und heute drei Produktionsstätten in Deutschland. Seine Zukunft sieht das Unternehmen in einem nachhaltigen Papierangebot, unterstreicht der nun vorgelegte Nachhaltigkeitsbericht 2009 mit dem Titel „Paper Works“. Myllykoski-CEO Sverre Norrgárd ist überzeugt: Papier ist ein besonders nachhaltiger Rohstoff, denn er ist vollständig recycelbar, wächst nach und leistet über die Forstwirtschaft einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung des Klimawandels. Eine Stärkung der brancheninternen Kooperationen sei erforderlich, um die Nachhaltigkeit von Papier und Printmedien stärker zu belegen, meint Norrgárd.

Einen Schritt dazu geht Myllykoski in seinem Nachhaltigkeitsbericht, in dem das Unternehmen neben der eigenen Nachhaltigkeitsleistung auch Best Practice seiner Kunden und Lieferanten präsentiert. Oder mit den Worten von Erkki Peltonen, dem Director Sustainability von Myllykoski: „Im Sinne unserer Kundenorientierung entwickeln wir mit unseren Kunden und Lieferanten nicht nur gemeinsame Geschäftslösungen – wir binden sie auch in unsere Nachhaltigkeitsbemühungen mit ein.“

Myllykoski setzt auf die Verwendung von PEFC-zertifiziertem Holz. Das „Program for the Endorsement of Forest Certification Schemes“ (www.dfzr.de) wurde im August 1998 von skandinavischen, französischen, österreichischen und deutschen Waldbesitzern gemeinsam mit Vertretern der Holzwirtschaft initiiert. Heute stehen wesentlich größere Mengen an PEFC-zertifiziertem als an FSC-zertifiziertem Holz zur Verfügung, wobei das PEFC-Zertifikat von NGOs wie Robin Wood mit Verweis auf einen relativ weiten Interpretationsspielraum bei der Umsetzung der Standards kritisiert wird. Die Myllykoski-Werke jedenfalls verarbeiteten im zurückliegenden Jahr 2,1 Millionen qm Fichtenholz.

Myllykoski rückt in seiner Nachhaltigkeitsstrategie derzeit Klima- und Energiefragen stärker in den Mittelpunkt. Das Unternehmen engagiert sich für die Nachhaltigkeitsbewertung in der gesamten Druckwertschöpfungskette – etwa durch die Mitwirkung in dem Projekt LEADER (Lean development with renewable sources. Koordiniert wird dieses Projekt vom Technischen Forschungszentrum Finnland, ein Myllykoski-Mitarbeiter leitet die Lenkungsgruppe.

Eine Stärke des Myllykoski-Nachhaltigkeitsberichtes liegt darin, dass er grafisch gut aufbereitet und informativ die Nachhaltigkeitsherausforderungen eines Papierherstellers dokumentiert. Für Leser mit wenig Zeit empfiehlt sich der Leitartikel von CEO Sverre Norrgárd mit einigen grundlegenden und in solchen Einleitungen sonst nicht üblichen Gesichtspunkten. Wünschen würde man dem Bericht deutlich mehr Nachhaltigkeitskennzahlen, die zugleich Entwicklungen über Perioden hinweg erkennen lassen.

Myllykoski orientiert die Berichterstattung an den GRI-Richtlinien. Statt eines Wirtschaftsprüfers hat die Unternehmensverantwortung spezialisierte Beratungsfirma Tofuture Oy den Bericht geprüft und dessen Übereinstimmung mit den GRI-Richtlinien bestätigt. Myllykoski berichtet bereits seit 2002 zu Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen.

Der lesenswerte Myllykoski-Nachhaltigkeitsbericht im Internet:
http://www.myllykoski.com/DE/Press+and+Publications/Sustainability+Reports/frontpage.htm