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McDonald’s macht Politik: Einmischen statt raushalten

Berlin > McDonald’s hat am Checkpoint Charlie in Berlin ein Restaurant neu eröffnet und macht Politik. Anlässlich der Eröffnung lud die Schnellrestaurantkette zu einer Podiumsdiskussion mit dem Titel „Einmischen statt raushalten“ mit prominenten Gästen ein: Außenminister a.D. Hans-Dietrich Genscher diskutierte über gesellschaftliches Engagement mit dem ehemaligen Boxweltmeister und heutigen McDonald’s Franchise-Nehmer Henry Maske sowie Matthias Köpke von der Servicestelle Jugendbeteiligung e.V. und der Pressesprecherin der Bundesschülerkonferenz, Cathleen Haack.

„Vor rund 20 Jahren haben hunderttausende Menschen mit ihrem friedlichen Einsatz einen maßgeblichen Beitrag dazu geleistet, den Traum von der deutschen Einheit wahr werden zu lassen. Deutschland muss sich diese Kultur des positiven Engagements bewahren“, sagte Genscher, der von 1974 bis 1992 als Bundesaußenminister den Weg zur deutschen Einheit mitgestaltete. Deshalb sollten gerade Jugendliche und junge Erwachsene motiviert werden, ihre Zukunft aktiv in die Hand zu nehmen, so Genscher. Wer junge Menschen für politisches Engagement begeistern will, muss sie an der Politik beteiligen. Davon ist Matthias Köpke überzeugt. „Politik darf nicht über Jugendliche gemacht werden, sondern mit ihnen“, sagte Köpke. Und auch Cathleen Haack forderte, jungen Menschen früh die Chance zur Mitgestaltung ihres Lebensraums zu geben.

Vielen ist Henry Maske als ehemaliger Boxweltmeister ein Begriff; weniger bekannt dürfte sein, dass Maske heute zu den McDonald’s Franchise-Nehmern gehört. Maske betonte seine Verantwortung, als Unternehmer Vorbild in Sachen gesellschaftliches Engagement zu sein. Er setzt sich mit einer eigenen Stiftung für sozial benachteiligte Kinder ein und ist Schirmherr des Ronald McDonald Hundertwasserhauses in Essen, einem ‚Zuhause auf Zeit‘ für die Familien schwer kranker Kinder.

Für Bane Knezevic, den Vorstandsvorsitzender von McDonald’s Deutschland, steht der Checkpoint Charlie für Einsatz und Freiheit. „Dies spiegelt sich im jungen und urbanen Design des Restaurants wieder“, sagte Knezevic – und macht es sich für manchen damit etwas einfach. Weltweit steht McDonald’s für die Verbreitung einer westlichen, konsumorientierten Lebensart wie kaum ein anderes Unternehmen. Viele junge Leute verbinden McDonald’s eher mit den Erwartungen ‚Chillen‘ und ‚Konsumieren‘ als mit Engagement und der Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung. Und aus den Reihen der kritischen NGOs reißt die Kritik an den durch das Fast-Food-Konzept geförderten Essgewohnheiten, an dem hohen Fleischkonsum und Umweltbelastungen durch Verpackungsmüll nicht ab. McDonald’s hält dagegen – mit Programmen zur CO2-Reduzierung entlang der gesamten Wertschöpfungskette, einem Energie-Effizienz-Restaurant und Programmen zur Abfallvermeidung. Alles PR?

Indem sich McDonald’s zu seiner gesellschaftlichen Verantwortung bekennt und solche Themen öffentlich diskutiert, legt sich das Unternehmen fest. Es muss damit rechnen, dass die 2,67 Millionen täglichen Gästen und seine 60.000 Mitarbeiter in 1.361 deutschen Restaurants nach der Einlösung des Nachhaltigkeitsanspruchs fragen. Und wenn die 2.208 Auszubildenden bei McDonald’s eine – mit den Worten Genschers – „Kultur des positiven Engagements“ in ihrem Unternehmen kennenlernen, ist für unsere Gesellschaft viel gewonnen.

Foto: Zukunft mitgestalten – Genscher (rechts), Maske (links) und zwei junge Erwachsene sprachen am Checkpoint Charlie über gesellschaftliches Engagement.