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Flughafenausbau als Zukunftsthema und Herausforderung: Nachhaltigkeitsbericht der Fraport AG

Frankfurt am Main > Der Luftverkehr ist eine Wachstumsbranche. 2,2 Milliarden Passagiere und 35 Millionen Tonnen Fracht wurden im vergangenen Jahr durch die Luft transportiert. Das durchschnittliche jährliche Wachstum der Branche betrug in den zurückliegenden Jahren etwa 3 Prozent. Bis zum Jahr 2027 soll sich das weltweite jährliche Passagieraufkommen auf 11 Milliarden Menschen verfünffachen. Für die kommenden 20 Jahre rechnet deshalb Martin Gaebges, Generalsekretär der Board of Airlines Representatives in Germany e.V., mit einem durchschnittlichen jährlichen Branchenwachstum von 5 Prozent. Gaebges kommt im aktuellen Nachhaltigkeitsbericht „Nachhaltig verbinden“ der Fraport AG zu Wort. Im Vorwort zu dem Bericht stellt deren Vorstandsvorsitzender Dr. Stefan Schulte klar: Der Ausbau des Frankfurter Flughafens ist für ihn das zentrale Zukunftsthema und zugleich eine große Herausforderung. Das Ruhebedürfnis der Anwohner und ihre Sorgen und die Verringerung der weltweiten CO2-Belastung bilden wesentliche Themen dabei.

Für Schulte ist klar: Aufgrund der Energiebilanz gehören Kurzstrecken bis zu 300 km auf die Schiene. Zugleich will er die Luftfahrt im Kontext anderer Verkehrssysteme betrachten. So stellt nach seinen Worten der Straßenlärm gerade in innerstädtischen Bereichen eine wesentlich höhere Belastung für Bürger der jeweiligen Region dar als im Vergleich dazu der Fluglärm. Was nicht heißt, dass es bei dem aktuellen Fluglärm bleiben könne. Aber hier sei Fraport auch auf das Engagement seiner Kunden – der Airlines – und der Politik angewiesen. Letztere hat bereits ein neues und deutlich härteres Fluglärmschutzgesetz verabschiedet (, dessen Grenzwerte die Bundesvereinigung gegen Fluglärm allerdings kritisiert). Dem sensiblen Thema Nachtfluglärm will Fraport u.a. mit geänderten Anflugverfahren und neuen Bahnbelegungsstrategien begegnen. Ein Maßnahmepaket soll in diesem Monat auf den Weg gebracht werden. Und auch der Planfeststellungsbeschluss für den Flughafenausbau hat zahlreiche, auch von Fraport eingebrachte Maßnahmen festgelegt. Eine Kontingentierung der Nachtflüge, Lärmschutzeinrichtungen für Triebwerksprobeläufe, Betriebsbeschränkungen für nicht dem Stand der Technik entsprechende Flugzeuge und zusätzliche Messeinrichtungen zur Fluglärmüberwachung gehören dazu.

Ein Einfrieren der aktuellen Flughafengröße mit gleichbleibendem wirtschaftlichem Erfolg sei nicht möglich, heißt es in dem Bericht, die Alternative zu Wachstum sei das Schrumpfen. Fraport argumentiert dann auch mit der wirtschaftlichen Bedeutung des Flughafens für die Region: Die Zahl der aktuell 71.000 Beschäftigten am Flughafen soll im Zuge des Ausbaus auf 95.000 Menschen steigen. Im vergangenen Jahr verteilte der Flughafen – überwiegend an regionale Firmen – Aufträge in einer Größenordnung von 1,14 Milliarden Euro. Und rund 500 Unternehmen sind derzeit am Flughafen ansässig.

Der Bericht „Nachhaltig verbinden“ bietet weitere spannende Themen: CO2-Reduktion, Arbeitsplatzqualität und regionales Engagement etwa. Die Fraport AG berichtet nach den Richtlinien der Global Reporting Initiative und gibt den Erfüllungsgrad mit Level B an. Übersichtliche Tabellen zu Kennzahlen bieten einen Drei-Jahres-Vergleich. Wünschenswert erscheint ein auch im Bericht selbst erfahrbares Mehr an Dialog. Im Internet stellt das Unternehmen ein PDF des Berichts zur Verfügung.

Der Nachhaltigkeitsbericht der Fraport AG im Internet.