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Esterházy gestaltet fürstliche Forstdomänen nachhaltig

Eisenstadt > Ein Nachhaltigkeitsbericht wie ein Lesebuch: Hardcover, grafisch anspruchsvoll und farbenfroh illustriert, in der Anlage eine Musik-CD. Schon mit seinem Äußeren will sich der Nachhaltigkeitsbericht der Unternehmensgruppe Esterházy aus Eisenstadt im Burgenland (Österreich) abheben. Das mag an dem Unternehmen und seiner Geschichte liegen:

Die Esterházy Betriebe GmbH entstand 2001 in der Nachfolge der Fürstlichen Domänenverwaltung. Sie fungiert als geschäftsführende Gesellschaft für drei Privatstiftungen, in die Mitglieder des Fürstenhauses ihre Besitztümer einbrachten, um sie in einem gemeinsamen Unternehmen zu erhalten. Zu den Geschäftsfeldern gehören neben Forst- und Naturmanagement auch Immobilien und Freizeitanlagen, historische Großanlagen, Kultur, Marketing und ein Weingut. Diverse unternehmerische Herausforderungen, die seit einer Neuorganisation im Jahr 2002 mit einer verstärkt nachhaltigen Strategie verfolgt werden. Das Unternehmen mit einem konsolidierten Gesamtumsatz von 36,8 Mio. Euro und 270 Mitarbeitern steht dabei im Spagat zwischen Tradition und Innovation.

Nachhaltigkeit beginnt bei den 44.000 Hektar Grundbesitz der Stiftungen im Burgenland. Davon sind 28.000 Hektar voll bewirtschaftet, was 8 Prozent der bewirtschafteten Fläche des Burgenlandes entspricht. 16.000 Hektar werden nicht oder nur gering genutzt und bestehen aus unter Naturschutz stehenden Arealen, Wasserflächen, Schilfgebieten und Hutweiden. 5.000 Hektar werden dem Nationalpark Neusiedler See zur Verfügung gestellt. In der Waldwirtschaft betreibt Esterházy langsam, aber stetig den Umbau weg von nadelholzdominierten Monokulturen und hin zu ausgewogenen Mischwäldern. Und auch an anderen Stellen will das Unternehmen seiner ökologischen Verantwortung gerecht werden:

Derzeit wird der Einsatz von Pflanzenschutz- und Düngemitteln reduziert; er soll bis zum Jahr 2012 ganz entfallen. Mit mehreren wildökologischen Forschungsprojekten und einer betriebsinternen Beobachtungsstelle für Wildschäden achtet Esterházy auf einen ausgewogenen und dem Ökosystem angepassten Wildbestand. Motorsägen werden seit einigen Jahren mit Biokettenöl betrieben und auch in einigen weiteren forstwirtschaftlichen Maschinen kommen biologisch abbaubare Hydrauliköle zum Einsatz. Der Einsatz solcher Öle bildet ein Kriterium bei der Auftragsvergabe an Dienstleister. Seit Oktober 2008 kooperiert Esterházy mit dem WWF Österreich. Im Rahmen dieser Kooperation sind die Einrichtung von Altholzinseln, die Sicherung von Biotopbäumen, die Förderung heimischer Baumarten und die ökologische Waldrandgestaltung geplant.

Hinweise auf eine Zertifizierung nach dem FSC (Forest Stewardship Council) oder dem PEFC (Pan European Forest Certification System) waren in dem Bericht nicht zu finden. Wünschenswert erscheint zudem die Unterlegung des Berichts mit weiteren fortwirtschaftlichen Kennzahlen und deren Abgleich über einen mehrjährigen Zeitraum.

„Unser Standort an der Schwelle zwischen Ost und West prädestiniert Esterházy zu besonderen unternehmerischen Impulsen und Entwicklungen, die wir mit der notwendigen Umsicht und mit einem langfristigen Blick zum Erfolg führen wollen“, schreiben die Geschäftsführer Stefan Ottrubay und Hans-Peter Weiss in ihrem Vorwort. Das wird Esterházy insbesondere in Osteuropa unter Beweis stellen können: In Rumänien etwa, wo Esterházy mittelfristig die Bewirtschaftung von bis zu 100.000 Hektar Waldfläche anstrebt.

Der Nachhaltigkeitsbericht 2008/2009 ist bereits der zweite Bericht dieser Art, folgt den GRI Guideliness und gibt den Grad der Richtlinienumsetzung mit dem Application LevelB+ an. An der Berichtserstellung hat die Wiener brainbows informationsmanagement gmbh mitgewirkt. Eine Prüfbescheinigung der Zertifizierungsgesellschaft qualityaustria ist im Bericht enthalten.

Das Unternehmen im Internet:
www.esterhazy.at