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Weizenpreis ein mögliches Spekulationsopfer: Frankreich fordert strengere EU-Kontrolle

Paris > Die französische Regierung hat die EU-Kommission aufgefordert, die Spekulation mit Rohstoffen strenger zu regulieren. Die geltenden Regelungen seien „unzureichend“, erklärten Frankreichs Wirtschaftsministerin Christine Lagarde, Energieminister Jean-Louis Borloo und Landwirtschaftsminister Bruno Le Maire in einem am Dienstag veröffentlichten Brief. Die Minister verlangten vor der französischen G-20-Präsidentschaft, die im Januar beginnt, eine „europäische Debatte“ über das Thema. EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier begrüßte den Vorstoß. Es müsse sowohl auf europäischer als auch auf weltweiter Ebene über das Thema geredet werden, sagte der Franzose der Nachrichtenagentur AFP.

In dem Brief verlangen die drei französischen Minister „gemeinsame Grundsätze für die Regulierung von Terminbörsen für Rohstoffe“. Laut der französischen Regierung gibt es „einen schweren Verdacht“, dass Derivate auch an den Rohstoffbörsen zur Spekulation auf die Preise genutzt werden und diese so beeinflussen. Derivate sind eine Art Wetten auf die Preisentwicklung und eigentlich dazu gedacht, sich vor großen Kursschwankungen zu schützen.

Präsident Nicolas Sarkozy hatte vergangene Woche bereits angekündigt, dass die Stabilisierung der Rohstoffpreise eine der Prioritäten der französischen G-20-Präsidentschaft wird. Frankreich hat EU-weit die stärkste Landwirtschaft. Die Wetterkapriolen weltweit haben dazu geführt, dass beispielsweise der Weizenpreis zuletzt stark gestiegen ist. Kritiker machen dafür allerdings auch Spekulanten verantwortlich.

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