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CSR im Rückspiegel – die 35. Woche

Hückeswagen > Wer sagte was, handelte wie, engagierte sich wo, kritisierte warum und trat wann hervor in Sachen gesellschaftliche Unternehmensverantwortung? Die Woche im Rückspiegel:

Airbus-Stiftung: Flugerlebnis für Kinder mit Handicap

Mit der Airbus-Stiftung und dem Verein „Les Citoyens du Ciel“ („die Himmelsbürger“) hoben am 5. September Kinder von Airbus-Mitarbeitern und aus sozialen Einrichtungen des Hamburger Umlands in Ultraleichtflugzeugen auf dem Flugplatz in Uetersen ab und lernten die Faszination des Fliegens kennen. „Dank der Magie des Fliegens stärken unsere Projekte das Selbstbewusstsein und das Gemeinschaftsgefühl“, sagte Jean-Paul Burgues, Airbus-Mitarbeiter aus dem Kundenservice und Gründer des Vereins „Les Citoyens du Ciel“ in Toulouse.

Klaus Töpfer: Katholische Kirche soll konkreter werden

Beim Abschlusspodium des am Samstag zu Ende gegangenen 14. Internationalen Kongresses Renovabis machte der frühere Bundesumweltminister und Exekutivdirektor des UN-Umweltprogramms Klaus Töpfer keinen Hehl aus seinen Erwartungen: Er wünscht sich, dass „die katholische Kirche intensiver sagt, dass die ganze Schöpfung der Erlösung entgegensieht“. Auch der Leiter der Renovabis-Geschäftsstelle, Dr. Gerhard Albert, resümierte in seinem Schlusswort: „Im Dialog mit der Gesellschaft ist es hilfreich, dass die Antworten der Theologie im Bereich der Schöpfungslehre in letzter Zeit präziser werden.“ Im Fokus des Kongresses in Freising mit etwa 360 Teilnehmern standen die ökologischen Herausforderungen in Mittel- und Osteuropa: Vertreter verschiedener Länder stellten die regional ganz unterschiedlichen Probleme dar.

Jugendforum am Flughafen Frankfurt für ein nachhaltiges Hessen

Rund 200 Jungen und Mädchen erarbeiteten am Samstag beim Jugendforum am Flughafen Frankfurt Vorschläge und Ideen für ein nachhaltiges Leben in Hessen. Im Zentrum standen die Themen nachhaltige Mobilität, zukunftsfähige Bildung und gesundes Leben. „Ein nachhaltiges Hessen ist nur möglich, wenn sich jeder in seinem Alltag dafür einsetzt“, sagte Umweltministerin Lucia Puttrich. Die Fraport AG stellte sich als Beispiel für nachhaltiges Wirtschaften vor. Das Jugendforum ist Teil der Jugendinitiative der Nachhaltigkeitsstrategie Hessen, die Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft gleichermaßen einbinden will.

20 Jahre Deutscher Kinderhospizverein e.V. – Bayer und DFB bieten Unterstützung

Anlässlich des 20-jährigen Bestehens des Deutschen Kinderhospizvereins e.V. nahm der ehemalige Fußballnationalspieler Jens Nowotny am Sonntag als Botschafter des Kinderhospizvereins einen von der Bayer AG und dem DFB gestifteten PKW-Anhänger entgegen. Der Verein feierte sein 20-jähriges Bestehen mit einem Familienfest im westfälischen Hamm. Kinder mit lebensverkürzenden Erkrankungen stehen im Mittelpunkt eines gemeinsamen Engagements der Bayer AG und des Deutschen Fußball-Bundes e.V. (DFB). Oft mit einem Tabu belegt, wollen die Partner das Thema durch die Strahlkraft des Fußballs einer breiten Öffentlichkeit bekannt machen. Zudem starteten DFB und Bayer mit „Einfach Fußball“ ein neues Programm zur Förderung des Fußballs für Schülerinnen und Schüler mit geistiger und Lern-Behinderung.

Hertie-Stiftung zeichnet Toll Collect als familienfreundliches Unternehmen aus

Die Toll Collect GmbH trägt seit der vergangenen Woche das Siegel berufundfamilie der Hertie-Stiftung. Durch eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf will das Unternehmen die Motivation und Leistungsbereitschaft seiner Mitarbeiter nachhaltig steigern. Dazu bietet Toll Collect Gleitzeit, flexible Arbeitszeitmodelle, Teilzeitarbeit, Jobticket, Kantine und Essenszuschuss. Seit 2008 stellt das Unternehmen den jungen Eltern Betreuungsplätze im Fröbel-Kindergarten am Potsdamer Platz zur Verfügung. Im Zertifizierungsprozess mit der Hertie-Stiftung wurden weitere Maßnahmen vereinbart, die in den kommenden drei Jahren umgesetzt werden sollen, um bei der Rezertifizierung das Prädikat erneut zu erhalten. Bei dem deutschen Mautbetreiber arbeiten heute rund 500 Mitarbeiter. Der Frauenanteil liegt bei rund 40 Prozent.

RWE, BASF und Linde melden Durchbruch bei Abtrennung von Kohlendioxid aus Rauchgasen von Kohlekraftwerken

RWE, Linde und BASF legen die Ergebnisse eines seit dem vergangenen Jahr laufenden Pilotprojekts zur Abtrennung von Kohlendioxid (CO2) aus Rauchgasen vor. Der Praxistest läuft in einer Pilotanlage am RWE-Kraftwerk Niederaußem bei Köln. Verglichen mit heute üblichen Prozessen lässt sich der Energieaufwand mit der innovativen Technologie unter Einsatz neuartiger chemischer Lösemittel für die CO2-Abscheidung um etwa 20 Prozent senken, so die Ergebnisse. Daneben zeichnen sich die neuen Lösemittel durch eine deutlich erhöhte Stabilität gegenüber Sauerstoff aus, was den Lösemittelverbrauch erheblich verringert. „Mit der Effizienzsteigerung und der hiermit verbundenen Kostensenkung haben wir gemeinsam einen wesentlichen Erfolgsfaktor für die Carbon-Capture-Technologie geschaffen, die wir als Schlüssel zu einer klimaverträglichen Kohleverstromung betrachten“, so Dr. Johannes Heithoff, Leiter Forschung und Entwicklung bei RWE Power. Im August 2009 haben RWE, BASF und Linde die Pilotanlage in Betrieb genommen; sie ist Bestandteil des Innovationszentrums Kohle der RWE Power. Für das Entwicklungsprojekt investiert RWE Power rund neun Millionen Euro. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie hat die Pilotanlage mit rund vier Millionen Euro gefördert.

Unternehmen spenden für Pakistan

Der Pumpen- und Armaturenhersteller KSB stellte für die Flutopfer in Pakistan 100.000 Euro an Spendenmitteln bereit. Mit einem Teil des Geldes werden erste Hilfsaktionen zur Gesunderhaltung der betroffenen Menschen unterstützt. KSB stellt Wasser, Nahrungsmitteln und Medizin zur Verfügung und wird sechs Wasserfiltrationsanlagen errichten. Außerdem will das Unternehmen mehrere Krankenstationen und Schulen wieder aufbauen. Die pakistanische KSB-Gesellschaft mit Sitz in Lahore steuert den Einsatz der Gelder, die sich aus Spenden der KSB AG sowie mehrerer asiatischer Gesellschaften und deren Mitarbeiter zusammensetzen. Auch die Bayer AG leistete Soforthilfe in Form von Medikamentenspenden im Wert von rund 80.000 Euro. Die pakistanische Luftwaffe und Armee stellt eine schnelle Weiterleitung der Hilfe an die Betroffenen sicher. Zudem spendet Bayer 50.000 Euro an den Deutschen Caritasverband e.V., um besonders schwer betroffene Familien mit Nothilfen wie Lebensmitteln, Notzelten, Trinkwasser und Wasserentkeimungstabletten zu unterstützen. Zudem hat die lokale Organisation von Bayer in Pakistan zu Spenden unter ihren Mitarbeitern aufgerufen. Derzeit prüft die Bayer Cares Foundation gemeinsam mit Bayer Pakistan verschiedene Hilfsprojekte zur Wiederherstellung der Infrastruktur. Bayer beschäftigt rund 650 Mitarbeiter in Pakistan; etwa 30 von ihnen sind mit ihren Familien von der Flut betroffen.

Greenpeace-Einkaufsratgeber: Essen ohne Gentechnik

Greenpeace bietet einen aktualisierten Einkaufsratgeber „Essen ohne Gentechnik“ an. Darin steht, welche Lebensmittelhersteller und Handelsketten derzeit Gentechnik vermeiden. Ein Problem: Milchkühe fressen neben Gras und Heu auch Kraftfutter, das oft Sojaschrot enthält. Weltweit sind etwa 70 Prozent der Soja gentechnisch manipuliert; viele dieser Gen-Pflanzen landen im Futtertrog und damit indirekt in Lebensmitteln. Der Greenpeace-Einkaufsratgeber zeigt, welche Unternehmen bereits Gen-Pflanzen vermeiden, welche dies planen und welche keine Gentechnikfreiheit garantieren wollen.

Germanwatch kritisiert Elektronikbranche

Zum Start der 50. Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin (3. bis 8. September) kritisiert die Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch Unternehmen der Elektronikbranche. Der anhaltende Boom im Elektroniksektor verschärfe die Problematik auf dem Rohstoffmarkt und die sozialen und ökologischen Folgen der Herstellung elektronischer Geräte, erklärte die NGO am Donnerstag. Vielen Verbrauchern sei nicht bekannt, welche Sozial- und Umweltfolgen die Produktion von Handys und mp3-Playern habe. Unternehmen könnten zudem sehr viel stärkere Anreize setzen, um ihre Produkte zu recyceln. Germanwatch forderte die Unternehmen auf, für mehr Transparenz zu sorgen und Kunden über die Entstehung eines Produktes zu informieren. Ziel müsse es sein, eine nachhaltige Lieferkette zu gestalten, in der transparent die einzelnen Schritte der Produktion verfolgt werden können.

TechniData unterstützt Deutsche Knochenmarkspenderdatei

Der Markdorfer Spezialist für Nachhaltigkeitsmanagement TechniData engagiert sich für die Deutsche Knochenmarkspenderdatei, DKMS. Das Unternehmen meldete in der vergangenen Woche: Am 4. Oktober kann sich jeder Mitarbeiter kostenlos in die Spenderdatei aufnehmen lassen, TechniData übernimmt Typisierungskosten für seine Mitarbeiter. Weltweit erhalten täglich etwa zehn Patienten Stammzellen von Spendern, die in der Deutschen Knochenmarkspenderdatei registriert sind. Dennoch kann für jeden fünften Patienten, der eine Stammzelltransplantation benötigt, derzeit noch kein geeigneter Spender gefunden werden. Erklärtes Ziel der DKMS ist es daher, die Datei auszubauen – wobei die Unterstützung von Unternehmen eine wichtige Hilfe darstellen könnte.

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