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Beim Ausbau erneuerbarer Energien steckt der Teufel im Detail

Von Sebastian Bronst

Hamburg > Neben der Verlängerung der Akw-Laufzeiten will die Bundesregierung erneuerbare Energien massiv ausbauen. Doch dabei gibt es Hindernisse. Fehlende Stromleitungen und Probleme mit der Speichertechnik hemmen den Einsatz von Wind- und Solarstrom. Auch das Bemühen um mehr Energieeffizienz in Gebäuden kommt nur schleppend voran.

NETZAUSBAU:

Der Anteil von Strom aus alternativen Quellen lässt sich nur steigern, wenn auch das Stromnetz darauf zugeschnitten ist. Bisher lagen Kraftwerke in den meisten Fällen dicht bei den Verbrauchern in wirtschaftlichen Ballungszentren. Windparks aber liegen weit davon entfernt. Die Bundesregierung hat in ihrem Energiekonzept deshalb für 2011 ein Konzept „Zielnetz 2050“ angekündigt, das neue milliardenschwere Infrastrukturprojekte für den Netzumbau enthalten soll. Zentraler Punkt ist das Schaffen von Nord-Süd-Trassen. Die sogenannten Stromautobahnen sollen den Windstrom von den Küsten in die Industriezentren im Westen und Süden liefern.

Die Stromnetze müssen auch insgesamt besser auf die Einspeisung alternativer Stromquellen vorbereitet werden. Das Problem: Netzbetreiber sichern sich auf dem sogenannten Regelstrommarkt ihren Grundbedarf vertraglich im Voraus, was Strom etwa aus Atomkraftwerken mit gut berechenbarer konstanter Leistung begünstigt. Die Stromerzeugung aus Wind- oder Sonnenenergie schwankt aber kurzfristig, das vorherige Festlegen der Strommenge ist schwierig. Ökostrom-Produzenten sollen nach dem Willen der Regierung neben der festen Vergütung nach dem Energieeinspeisegesetz eine „Marktprämie“ erhalten, wenn sie ihren Strom je nach Nachfragelage kurzfristig anbieten können. Das soll sie motivieren, mit den Netzbetreibern neue Ideen für die Zwischenspeicherung zu entwickeln und das Einspeisen der Erneuerbaren berechenbarer zu machen.

NEUE SPEICHERTECHNOLOGIEN:

Die Bundesregierung will laut ihrem Energiekonzept die Bundesmittel für Forschungen im Energiebereich um 300 Millionen Euro im Jahr aufstocken. Ein Schlüsselbereich dabei ist die Entwicklung neuer Speichertechnologien. Dazu gehören neben der Weiterentwicklung der Speicherkapazitäten für Strom unter anderem auch die Forschung an Batterien für Elektroautos. Fünf Millionen dieser Fahrzeuge sollen bis 2030 hierzulande unterwegs sein. Entscheidend für Praxistauglichkeit von Elektroautos ist aber vor allem die Menge an Energie, die ihre Batterien speichern können. Bei der Akku-Technologie gibt es nach Angaben von Experten noch erheblichen Verbesserungsbedarf, bislang sind die Speicher in Punkto Reichweite und Kosten nicht wettbewerbsfähig.

WÄRMEDÄMMUNG UND GEBÄUDESANIERUNG:

Bis 2050 will die Bundesregierung den CO2-Ausstoß durch das Wohnen auf Null reduzieren. Bislang entfallen auf Warmwasseraufbereitung und Heizung 40 Prozent der in Deutschland verbrauchten Energie, wodurch ein Drittel der CO2-Emissionen entstehen. Der Wärmebedarf von Häusern soll daher in den kommenden Jahrzehnten drastisch sinken. Die für 2012 geplante neue Energieeinspar-Verordnung soll einen Fahrplan enthalten, auch den Altbestand schrittweise an den neuen Standard heranzuführen. Als Hebel sollen laut Energiekonzept steuerliche Bonus- und Malusmechanismen wirken. Daneben plant die Bundesregierung ein ganzes Bündel weiterer Förderprogramme.

Allerdings hat die Regierung gerade erst im Rahmen ihrer Sparbeschlüsse angekündigt, die Mittel für Städtebauförderung und CO2-Sanierungsprogramme ab 2011 um die Hälfte auf etwa 300 Millionen Euro zu kürzen. Nach heftiger Kritik von Ländern und Kommunen soll es künftig wieder 200 Millionen Euro pro Jahr zusätzlich für ein Marktanreizprogramm geben.

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