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Merkel mahnt Umsetzung der UN-Entwicklungsziele an

Berlin > Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat mehr Engagement bei der Umsetzung der sogenannten UN-Milleniumsziele zur Entwicklung in der Dritten Welt angemahnt. „Wir haben uns alle verpflichtet, international die Entwicklungsziele zu erreichen“, sagte Merkel am Freitag nach einem Treffen mit dem früheren UN-Generalsekretär Kofi Annan im Kanzleramt in Berlin. Merkel kündigte an, vom 19. bis zum 21. September an dem UN-Gipfel in New York zur Überprüfung der Ziele teilzunehmen. Die Jahrtausendziele sehen unter anderem vor, die Zahl der extrem armen Menschen bis 2015 zu halbieren. Außerdem setzen sie Zielmarken in Bereichen wie Bildung und Gesundheitsversorgung.

Merkel sagte, bei den Entwicklungszielen stünden die Geberländer genauso in der Pflicht wie jene Staaten, die Hilfe empfangen. „Es geht nicht alleine ums Geld, aber es geht auch darum, wie das Geld eingesetzt wird“, sagte die Kanzlerin. Außerdem müsse ein „Paradigmenwechsel“ stattfinden von der „Hilfsindustrie zu eigenständigen Fähigkeiten der Menschen in den Empfängerländern“. Merkel betonte, dass Deutschland seine Entwicklungshilfe trotz der Belastungen der Wirtschaftskrise nicht kürzen werde.

Auch Annan sagte, dass gerade die afrikanischen Länder aus der „Hilfsposition“ herauskommen müssten. Die Empfänger von Hilfen müssten ermutigt werden, ihrerseits einen mittelständigen Sektor zu entwickeln, der dann Arbeitskräfte schaffe. Zugleich rief er die Geberländer auf, trotz der schwierigen wirtschaftlichen Lage die Hilfszusagen einzuhalten.

Nach Angaben der Bundesregierung wird Merkel beim UN-Gipfel zu den Milleniumszielen auch eine Rede vor den Staats- und Regierungschefs halten. Während des Gipfels werde die Kanzlerin zudem mit Vertretern der Regionalgruppen aus Afrika, Asien und den Inselstaaten des südlichen Pazifiks zusammentreffen. Schwerpunkte der Gespräche seien die Folgen des Klimawandels, entwicklungspolitische Themen sowie friedens- und sicherheitspolitische Fragen. Zum Abschluss ihres Aufenthaltes werde Merkel die Leo-Baeck-Medaille für ihr Engagement für die deutsch-jüdische Aussöhnung erhalten.