Nachrichten

Berufseinsteiger finden seltener regulären Job

Düsseldorf > Junge Menschen in Deutschland finden beim Berufseinstieg laut einer Studie immer seltener einen regulären Arbeitsplatz. Knapp 40 Prozent arbeiteten zunächst als Leiharbeiter, Teilzeitkraft oder auf einer befristeten Stelle, teilte die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung am Montag in Düsseldorf unter Berufung auf eine Studie der Hochschule Niederrhein mit. Damit habe sich der Anteil der jungen Erwachsenen bei atypischen Arbeitsverhältnissen im untersuchten Zeitraum von 1997 bis 2007 mehr als verdoppelt. Auch in allen anderen Altersgruppen sei der Anteil der irregulär Beschäftigten gestiegen – jedoch bei weitem nicht so stark wie bei den Jungen.

Der Anteil befristeter Stellen sei in der Wirtschaftskrise deutlich gewachsen – vor allem in Großunternehmen, teilte die Böckler-Stiftung mit. Nur gut ein Viertel (23 Prozent) der Jugendlichen bekomme nach einem befristeten Job eine reguläre Stelle. Aber auch schon vor dem Berufseinstieg leisteten viele Jugendliche Praktika, von denen der Großteil „als prekär bezeichnet“ werden müsse – für die es also oft kein oder wenig Geld gebe, erklärte die Stiftung.

Unter den Leiharbeitern machten junge Erwachsene unter 35 Jahren heute mehr als die Hälfte aus, teilte die Hans-Böckler-Stiftung mit. Fast 40 Prozent der Arbeitnehmer unter 30 Jahren, die 2007 eine Vollzeitstelle gehabt hätten, seien bei einer Zeitarbeitsfirma beschäftigt gewesen.

Mit einem Leiharbeits-Verhältnis seien „erhebliche Probleme“ für die Jungen verbunden. Zeitarbeiter fühlten sich in Unternehmen, an die sie ausgeliehen werden, oft ausgegrenzt. Der Druck auf Leiharbeiter sei oft besonders groß, psychische Erkrankungen besonders häufig. Für junge Arbeitnehmer sei dies besonders problematisch, weil diese noch für Jahrzehnte arbeiten müssten.

Im Jahr 2007 seien zudem zwei von fünf Auszubildenden nach Ende der Lehre nicht übernommen worden. In der Wirtschaftskrise dürfte sich die Übernahmequote demnach nochmals verschlechtert haben. Ein großes Problem sei, dass junge Erwachsene, die nicht übernommen werden „sehr häufig“ in die Arbeitslosigkeit oder in atypische Arbeitsverhältnisse abrutschten.

Auch Arbeitslosigkeit sei während der Krise sei unter jungen Menschen ein großes Problem gewesen, teilte die Stiftung mit. Der Anteil der Arbeitslosen unter den jungen Erwachsenen zwischen 15 und 25 Jahren sei seit Krisenbeginn dreimal so stark gestiegen wie in allen anderen Altersgruppen.