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EU-Kommission will Fang von Ostsee-Hering stark einschränken

Brüssel > Die EU-Kommission will den Herings-Fang in der Ostsee im kommenden Jahr drastisch beschränken, damit sich die überfischten Bestände erholen können. Der Bestand in der westlichen Ostsee, die die deutsche Küste einschließt, habe „einen neuen Tiefststand erreicht“, erklärte Fischerei-Kommissarin Maria Damanaki am Mittwoch in Brüssel. Damanaki stellte die Vorschläge für die Ostsee-Fangquoten 2011 vor, über die die EU-Staaten im Oktober entscheiden sollen.

Nach den Vorschlägen würden die Höchstmengen für Hering in der westlichen Ostsee um 30 Prozent auf 15.884 Tonnen sinken, in ähnlichem Maß in der mittleren Ostsee. Für Lachs würde die erlaubte Höchstmenge in nahezu der ganzen Ostsee um 15 Prozent gekürzt. Dorsche sollen dagegen mehr gefangen werden dürfen als im laufenden Jahr, da die Bestände gut nachgewachsen seien. Die Höchstfangmengen werden nach einem bestimmten Schlüssel unter den Staaten aufgeteilt.

Damanakis Vorschläge orientieren sich der Erklärung zufolge an wissenschaftlichen Gutachten, aber auch an „der wirtschaftlichen Lage des Sektors“. Vor wenigen Tagen hatte sie angekündigt, sich künftig „strikt“ an wissenschaftlichem Rat zu orientieren, welche Fangmengen die Bestände mit Blick auf eine nachhaltige Entwicklung verkraften. Dies könne aus rechtlichen Gründen aber erst nach der geplanten Fischerei-Reform voll umgesetzt werden, sagte ihr Sprecher am Mittwoch.